WLZ-Sommertour: Nachwuchsarbeit im Voltigieren steht im Fokus

Reiterverein Waldeck geht mit der Zeit

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Schönster Moment aus Trainerinnen-Sicht? Wenn die Augen der Kleinsten leuchten. Das WLZ-Sommertour-Mobil war zu Gast beim Reiterverein Waldeck - ein guter Anlass, um auch mal danke zu sagen...

Die Zeiten haben sich geändert beim Reiterverein Waldeck: Statt Turniersport und Jagdreiten stehen Freizeitreiten und vor allem Voltigieren für den Nachwuchs im Fokus.

Obwohl es derzeit keinen einzigen Turnierreiter in den eigenen Reihen gibt, richtet der kleine Vereine mit 228 Mitgliedern – darunter 38 Kinder und Jugendliche – alle zwei Jahren ein großes Pfingstturnier aus. Die Hubertusjagd dagegen ist in diesem Jahr erstmals auf der Strecke geblieben.

Kleiner Verein sorgt für großes Ereignis: das Pfingstturnier findet alle zwei Jahre statt.

Der Reiterverein Waldeck fand und findet neue Wege für erfolgreiches Arbeiten. Aktuelles Beispiel: „Let´s dance“ – der gesellige Jahresauftakt des Reitervereins. Die Premiere 2019 knüpfte an die Tradition des Reiterballs an und war so erfolgreich , dass für 2020 die Fortsetzung geplant ist.

Ein Porträt des RV Waldeck gibt es auch als Video - gesponsert von der Waldecker Bank:

Zwei "Volti"-Gruppen mit Wartelisten

Ein langfristiges Beispiel: das Voltigieren. Zwei Gruppen trainieren seit etlichen Jahren, und viele Kinder und Jugendliche bleiben lange dabei. Herausragende Erfolge waren der erste und zweite Platz bei der Kreismeisterschaft 2015. Durch den Wechsel des Voltigierpferdes, das Trainerin Desirée Franke selbst ausbildet, pausiert der Verein aktuell beim Turniergeschehen.

So klein, so stolz, so gerne dabei... – die Nachwuchsarbeit der Voltigiergruppen beginnt ganz früh. Manche sind noch nicht einmal drei Jahre alt.

Sowohl die „Große“ Gruppe als auch die „Kleine“ für Kinder ab drei Jahren sind voll, die Nachrückerliste ist lang. Mit Voltigier-Training einmal wöchentlich und Turnier-Teilnahme nur gelegentlich kommt der Reiterverein dem teils schmalen Zeitbudget vieler Kinder und Jugendlicher entgegen.

Reitunterricht und Fortbildungen

Auch für Reiter macht der Waldecker Verein attraktive Angebote: Den Reitunterricht für Jugendliche und Erwachsene leitet die qualifizierte Ausbilderin und Pferdewirtschaftsmeisterin Saskia Reyer – selbst Mitglied seit 2012. Außerdem gibt es mehrmals im Jahr Fortbildungen auf hohem Niveau – mal für Dressur- und mal für Springreiter. Davon profitieren auch auswärtige Interessenten.

Als Reitergruppe Waldeck im Sachsenhäuser Reit- und Fahrverein 1950 gegründet, ist der Verein seit 1975 selbständig. Dass heute die Reithalle auf der Domäne mit Stall und Reiterstube und drei Außenplätze am Mehlberg zur Verfügung stehen, ist vor allem enormem ehrenamtlichem Einsatz über Jahrzehnte hinweg zu verdanken.

Dank für ein Engagement mit Leib und Seele: Nadja Seifert von Intersport Kettschau Bad Wildungen (rechts) übergibt einen Einkaufsgutschein an Desirée Franke (Mitte), hier mit Verena Niemann und Patrick Böttcher.

Der Dank gilt Desirée Franke

Der schönste Erfolg ihrer Arbeit spiegelt sich in den Augen der Kleinsten, wenn sie auf dem Voltigierpferd „Peppone“ sitzen, lachen und begeistert sind – „das zeigt mir, dass das ankommt, was ich mache und was mir wichtig ist“. Desirée Franke ist seit gut acht Jahren Voltigier-Trainerin beim Reiterverein Waldeck.

Großgeworden ist sie im Reitverein Frankenberg, hat 15 Jahre dort voltigiert und ist bei den Gruppen für die Jüngsten in die Nachwuchsarbeit eingestiegen.

Mit 18 Jahren hat sie den Trainerschein gemacht – und das hat den Weg nach Waldeck geebnet. Denn: Bei einem Turnier ist die heute 35-Jährige eingesprungen, als die Waldecker eine Gruppe mangels Lizenz nicht vorstellen durften. Das übernahm sie kurzerhand, besuchte das Training in Waldeck – und war an Bord. Längst hat sie ihren Heimatort Wiesenfeld bei Frankenberg verlassen und ist nach Vasbeck (Diemelsee) gezogen.

Das Schöne am Voltigieren ist für sie der respektvolle und achtsame Umgang mit dem Sportpartner Pferd, vor allem aber das Miteinander in der Gruppe: „Jeder – von korpulent über supersportlich bis eingeschränkt– hat mit seinen individuellen Fähigkeiten seinen Platz in der Gruppe und wird genau dort gebraucht“, sagt die Trainerin. „Hier machen auch Kinder gute Erfahrungen, die sonst einen schweren Stand haben. Das ist mir extrem wichtig.“ Und noch etwas zählt viel für sie: der Zusammenhalt – ob im Vorstand oder unter denen, die sich um das Vereinspferd „Peppone“ kümmern.

Sommertour-Impression an der Reithalle in Waldeck.

Die nächsten Stationen der WLZ-Sommertour

Dienstag, 13. August 2018:

17-19 Uhr beim TSV Goddelsheim (am Sportlerheim

19.30-20.30 Uhr bei den Goldminers/FC International Korbach (Sportplatz Helmscheid)

Mittwoch, 14. August 2019:

10-12 Uhr bei der Waldecker Bank in Korbach (Prof.-Bier-Straße)

18-19 Uhr beim TV Friedrichstein (Sportlerheim Bad Wildungen)

Probeübung - vorsichtshalber erstmal am Holzpferd der "Voltis"...

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