WLZ-Sommertour: American Football lebt von verschiedenen Spielertypen

Bei den Goldminers Korbach findet jeder seinen Platz

+
In Hab-Acht-Stellung mit Wohnmobil bei der Sommertour... – fotografiert auf dem Sportplatz in Helmscheid, wo die Goldminers Korbach trainieren.

Während viele Vereine über Spielermangel klagen, wagten die Goldminers Korbach den Start - mit American Football vor zwei Jahren. Das WLZ-Wohnmobil stand an ihrem Trainingsplatz.

Wer Fußball in einer Liga spielen will, sollte mindestens 18 Spieler aufweisen. Wer aber Football in einer Liga spielen will, sollte mindestens 40 Sportler aufweisen, weil elf Spieler die Defensive bilden und elf weitere die Offensive.

Eine ambitionierte Aufgabe für die Goldminers-Gründer Jannis Winkler, Lukas Hoppe und Maik Kügler. Zumal sie ihren Spielern anfangs nichts zu bieten hatten – nicht einmal die Garantie auf Benzingeld. Dennoch kamen genügend Spieler zusammen. Der FC Inter Korbach nahm die Goldminers Korbach in seinen Reihen auf.

Uwe Schneider übergibt den Ehrenamtsgutschein von Intersport Kettschau an Lukas Hoppe, Gründungsmitglied der Goldminers.

Spieler, Nachwuchs, Cheerleader

Rund 50 Seniorenspieler, 20 Nachwuchs-Footballer und 20 Cheerleader-Mädchen halten mittlerweile den „Goldschürfern“ die Stange. Und eine Mini-Saison in der Aufbauliga mit Trainer Darius Goldbach liegt auch hinter ihnen. Einem Sieg standen zwei Niederlagen gegenüber.

Im Mai trafen die Goldminers auf die Marburg Mercenaries II (in Rot).

Football sehen und selbst spielen, sei ein großer Unterschied, betont Abteilungsleiter Maik Kügler. Hinter der auf den ersten Blick „Hau-drauf-Sportart“ stecke bedeutend mehr. Was für den Laien wie Chaos auf dem Spielfeld aussehe, sei durchdacht, denn jeder Spieler habe eine bestimmte Aufgabe.

Hier das Video über die Goldminers Korbach (gesponsert von der Waldecker Bank):

Schwere Jungs jederzeit willkommen

Das besondere am Football sei auch, dass jeder Spielertyp gefragt ist: der Schnelle, der Langsame, der Dicke, der Dünne, der Große und der Kleine. „Die wichtigste Eigenschaft eines Spielers sollte die Teamfähigkeit sein. Dann findet jeder bei uns seinen Platz“, betont Kübler. „Gerade die schweren Jungs werden in vielen Sportarten von ihren Teamkollegen belächelt. Bei uns sind sie jederzeit willkommen.“

Spielszene gegen die Marburg Mercenaries II.

Football habe in diesen politisch sehr unübersichtlichen Zeiten aber noch andere Aufgaben neben dem Spielfeld, betont der Abteilungsleiter. Hautfarbe, Religion, Staatsangehörigkeit, Größe, Gewicht seien egal, aber nicht Respekt und Toleranz. 

Jeder unterschreibt den Ehrenkodex

„Wir haben einen Ehrenkodex aufgestellt, den jeder unterschreiben muss, wenn er bei uns mitmachen will“, sagt der Abteilungsleiter. „Hier vertreten wir die Ideen des Vereins Inter Korbach, der von Dennis Winkler gegründet wurde.“

Nach dem Abpfiff analysierte Trainer Darius Goldbach das Spiel gegen die Marburg Mercenaries II.

Frauen dürfen mittrainieren

Und was ist mit Frauen? „Sie können gern bei uns mittrainieren, betont Kübler. „Für eine reine Damenmannschaft reicht es leider nicht. Wir würden uns aber über diese Entwicklung freuen.“

Eins fehlt der jungen Sparte noch: ein eigener Platz. Der Wunsch erfüllt sich wohl erst in ferner Zukunft, meint Kübler. „Wir hatten mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass Footballer den Rasen auf dem Platz kaputt machen. Daher sind wir dankbar, dass uns Blau-Gelb Korbach die Möglichkeit gab, unsere Heimspiele auf dem Paul-Zimmermann-Sportplatz auszutragen. Es ist toll, dass zwei Korbacher Vereine so problemlos und gut zusammenarbeiten.“ Das Training findet auf dem Sportplatz in Helmscheid statt.

Die nächsten Stationen der Sommertour

Donnerstag, 15. August 2019:

17-19 Uhr TuSpo Mengeringhausen (Sportlerheim)

Freitag, 16. August 2019:

16-18 Uhr VfL Adorf (Sportlerheim)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare