Vor allem Ältere über 65 beziehen häufiger Grundsicherung

Mehr Menschen im Landkreis bekommen Sozialhilfe

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Grundsicherung im Alter: Mehr Senioren sind auf Sozialhilfe angewiesen.

Waldeck-Frankenberg. Die Zahl der Menschen in Waldeck-Frankenberg, die Sozialhilfe bekommen, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Aktuell beziehen 1444 Personen die Unterstützung als Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Gestiegen ist auch die Zahl derer, die Grundsicherung bekommen und älter als 65 Jahre sind. Derzeit sind es 748 Frauen und Männer.

In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Bezieher, die dauerhaft voll erwerbsgemindert sind, im Kreis jedes Jahr gestiegen. Waren es 2012 noch 1055 und 2015 insgesamt 1343 Personen, sind es im vergangenen Jahr bereits 1365 gewesen. Unter ihnen gibt es auch immer mehr Senioren, die finanzielle Hilfe bekommen. 2012 waren es noch 573 Bezieher, die über 65 sind, 2015 schon 723.

Eine Einzelperson bekommt im Jahr 2017 noch 409 Euro monatlich, ab dem kommenden Jahr sind es 416 Euro, teilt der Fachdienst Soziale Angelegenheiten des Landkreises mit. In Bedarfsgemeinschaften gibt es pro Person 368 Euro, ab 2018 dann 374 Euro. Jugendliche von 14 bis unter 18 Jahren bekommen 311 (318) Euro.

Um den Regelbedarf zu ermitteln, werden Ausgaben für Dinge wie Lebensmittel, Kleidung, Wohnen und Energie, Gesundheitspflege, Bildung und Freizeit berücksichtigt. Einmalige Beihilfen für Wohnungserstausstattungen und Erstausstattungen für Bekleidung und bei Schwangerschaft und Geburt sowie für Umzugskosten sind möglich. Anspruch bestand aber nur in einigen wenigen Fällen, heißt es vom Landkreis.

Als mögliche Gründe für die erhöhte Zahl der Sozialhilfe-Bezieher vermutet der Landkreis neben einer Feststellung von Erwerbsunfähigkeit die allgemeine demografische Entwicklung durch Änderung der Altersstruktur sowie steigende Altersarmut durch ein geringes Renteneinkommen.

Zahl hessenweit gestiegen

Die Zahl der Empfänger von Grundsicherung ist in ganz Hessen gestiegen. Im gesamten Bundesland bekamen Ende 2016 rund 586 000 Personen die Hilfsleistung, um den grundlegenden Lebensunterhalt zu sichern. Ein Jahr zuvor waren es noch etwa 576 000 Menschen.

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg zahlt Grundsicherung für Menschen, die dauerhaft voll erwerbsgemindert sind und für Personen, die zwar nicht mehr erwerbsfähig sind, bei denen jedoch eine dauerhafte Erwerbsminderung noch nicht festgestellt wurde. Zu letzterer Gruppe gehören aktuell 223 Frauen und Männer. Arbeitssuchende bekommen Grundsicherung vom Jobcenter.

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