Ölunfall in Deisfeld: Ölsperren auf Diemel bleiben aufgebaut· Motive des 84-Jährigen noch nicht geklärt

Spezialisten untersuchen Erdreich

Diemelsee-Deisfeld - Nach dem schweren Ölunfall in Deisfeld ist die Gefahr für die Diemel noch nicht gebannt. Wann die Ölsperren abgebaut werden können, ist noch nicht absehbar. Derzeit untersuchen Spezialisten den Umweltschaden an Haus und Erdreich in Deisfeld.

In der Nacht zu Samstag hatte der Bewohner eines landwirtschaftlichen Anwesens in der Wolfskaute in Deisfeld Tausende Liter Heizöl auslaufen lassen (wir berichteten). Nach neuesten Angaben der Polizeidirektion in Korbach ließ der 84-jährige Deisfelder rund 700 Liter Öl in die Stallungen fließen und entleerte auch den Heizöltank im Haus, „das Öl stand knöchelhoch im Keller“, erklärte Polizei-Sprecher Volker König auf Nachfrage der WLZ-FZ. Nach derzeitigem Stand gehen die Beamten davon aus, dass insgesamt 2500 bis 3000 Liter Heizöl ausgelaufen sind. Warum der 84-Jährige, der das Anwesen in Deisfeld allein bewohnte, das Öl auslaufen ließ, ist noch nicht geklärt. „Der Mann ist mit einer Kopfverletzung und Abschürfungen am Ellenbogen ins Krankenhaus gebracht worden. Er ist immer noch in verwirrtem Zustand und wird intensivmedizinisch betreut, sodass er zu den Hintergründen noch nicht befragt werden konnte“, sagte König. Insgesamt sechs Ölsperren hatten Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks (THW) auf der Diemel zwischen Deisfeld, Giebringhausen und dem Diemelsee aufgebaut. „Die Sperren haben Erfolg gezeigt. Es ist kein Öl in der Kläranlage und auf dem Diemelsee vorhanden“, erklärte Günter Radtke, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehren Diemelsee. Ein Hubschrauber entdeckte am Samstag aus der Luft keinerlei Spuren von Heizöl. Damit wurde für den See Entwarnung gegeben, „Touristen können weiterhin ohne Sorge im Diemelsee baden“, sagte Volker König. Doch wie schwer der Diemel-Fluss, seine Ufer, seine Fauna und Flora von der Umweltverschmutzung in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist noch nicht geklärt. „Mitarbeiter der Unteren und Oberen Naturschutzbehörde und des Wasser- und Schifffahrtsamtes sind derzeit in Deisfeld, um den Schaden zu prüfen, auch Gutachter sind eingetroffen“, sagte Volker König und erklärte weiter: „Das Öl ist ins Mauerwerk und ins Erdreich eingedrungen. Es kann also nach wie vor sein, dass weiterhin Öl in die Diemel austritt. Daher werden die Ölsperren zunächst bleiben.“ Es sei nun Aufgabe der Experten zu überprüfen, wie tief das Erdreich betroffen sei und wie Abhilfe geschaffen werden könne. Auch die Feuerwehrleute müssen weiterhin Einsatz zeigen. So musste die Ölsperre am Minigolfplatz in Giebringhausen in der Nacht zu Sonntag noch einmal verstärkt werden. „Die Sperre hatte sich durch starken Regen im Upland, die damit einhergehende größere Wassermenge und schnellere Fließgeschwindigkeit leicht verschoben“, erklärt Radtke. Die Wehr aus Giebringhausen und das THW waren die Nacht über zur Kontrolle an den Ölsperren im Einsatz. „Wann der Einsatz beendet sein wird, inklusive Kontrollen und Abbau der Ölsperren, ist noch nicht absehbar,“ sagte Radtke. Unterdessen musste die Feuerwehr aus Adorf am Sonntagabend erneut ausrücken: Um 18.44 Uhr wurde eine Ölspur in der Arolser Straße in Adorf gemeldet. Unter Leitung von Gemeindebrandinspektor Torsten Behle streuten 19 Einsatzkräfte die rund 250 Meter lange Spur mit einem Bindemittel ab. Der Verursacher ist unbekannt.

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