Rund 300 Gäste applaudieren in Höringhausen den Sportlern des Jahres  

Sport vereint: Pokalvergabe in der Produktionshalle

Stephan Leyhe war als Silbermedaillengewinner bei Olympia der Promi, doch auch die Sportlerinnen und Sportler, die sich hier zusammen mit dem Skispringer (links) zeigen, haben viel geleistet. Es handelt sich um Sieger und Platzierte der Sportlerwahl.

Waldeck-Höringhausen. Auch 2018 heißt es wieder „Sport vereint“: WLZ und HNA ehren die Sportler des Jahres, der Landkreis Waldeck-Frankenberg zeichnet seine erfolgreichsten Aktiven aus.

Welcher Ort eignet sich gut, um erfolgreiche Sportler zu ehren? Eine piekfeine Funktionshalle werden nun viele sagen. Aber ist dafür nicht eher ein Platz geeignet, wo im Alltag an Werkbänken noch echte Handarbeit geleistet wird, wo noch Späne fallen und Schweiß fließt. Und deshalb haben die Verantwortlichen von Landkreis und Sportkreis sowie von Waldeckischer Landeszeitung und HNA Frankenberg das Angebot der Firma Peikko aus Höringhausen gern angenommen, die Sportler in ihrer Produktionshalle auszuzeichnen.

Dort ist eine Mischung aus beiden Varianten entstanden, denn wer an diesem Samstagabend die Halle betritt, muss schon genau hinsehen, um zu erkennen, dass er sich in einer Fertigungshalle befindet. Heute werden weiße Stühle, Sitzkissen und Tischdecken gegen den Blaumann getauscht.

Eine Bühne, wo auch die Musiker der Schwalefelder Band Cazara spielen, ziert den Raum, rot angeleuchtete Stellwände geben ihm Gemütlichkeit. Einzig der metallene Geruch. Kahle Betonwände, dicke Abluftrohre und der glanzlose, graue Fußboden erinnern noch an eine Werks-halle. Und zu einem guten Abend gehören immer zwei Schäfer. Die Moderatoren Matthias und Dirk Schäfer, der erste Leiter des Fachdienstes Sport und der zweite WLZ-Sportredakteur.

Dieses Duo führt die rund 300 Gäste durch die Veranstaltung. Doch es kommen noch andere zu Wort, etwa die Gastgeber Tobias Althaus und Christian Gerke. Die Geschäftsführer stellen Peikko per Video vor.

Videobotschaft von Carolin Schäfer

Die Firma ist auch am Bau von Fußballstadien beteiligt und diese Vorlage nimmt Ralf Paegert, Vertreter des Sponsors Möbelkreises, gekonnt auf und meint ironisch: „Wenn die SG Höringhausen aufsteigt, bekommen sie wohl auch ein neues Stadion.“

Da neben den beiden Tageszeitungen auch der Landkreis die Sportler ehrt (siehe Text links) werden Landrat Dr. Reinhard Kubat, der Sportkreisvorsitzende Uwe Steuber und WLZ-Geschäftsführer Markus Pfromm, der die Rolle als Medienvertreter stellvertretend auch für die HNA übernahm, zu Wort gebeten. Die Leser der WLZ und der HNA haben sich bei der Sportlerwahl für den gebürtigen Bad Wildunger Patrick Lange ausgesprochen. Der Ironman-Sieger auf Hawaii ist leider nicht in der Halle, sondern schon wieder im Wasser, auf dem Rad und seinen Füßen unterwegs –Wettkampf auf Gran Canaria.

Auch die Wahlsiegerin Carolin Schäfer steht nicht auf der Bühne, sondern weilt derzeit im Trainingslager in Portugal: Die Vize-Weltmeisterin im Siebenkampf bedankt sich aber bei den Lesern für ihre Wahl mit einer Videobotschaft.

Nach dem Wettkampf Zeit für Pizza 

Während die Senioren-Leichtathletin Tatjana Schilling (TSV Korbach) den Pokal für Rang zwei in Empfang nimmt, lässt sich die Drittplatzierte Nadine Horchler (SC Willingen) entschuldigen.

Der Gewinner des Mannschaftstitels ist hingegen in der Halle. Die Leichtathletik-Senioren der LG Eder (M50) siegten, weil sie 2017 Rang zwei bei der deutschen Mannschaftsmeisterschaft gewonnen haben. Robert Ingenbleek, Thorsten Kramer, Wilhelm Hofmann, Ingo Specht, Andreas Linnemann und Jens Simon geben preis, dass sie stets als letzte die Wettkampfstätte verlassen unter anderem auch, weil sie öfters mit den Senioren-Leichathletinnen der TSV Korbach noch „ein bisschen feiern oder eine Pizza essen gehen“. 

Tennisspielerin gesucht

Dieses Ritual können sie an diesem Abend fortsetzen, denn das Korbacher Quartett mit Marion Tenbusch, Diana Richter, Tatjana Schilling und Eva-Maria Zürker steht als deutscher Mannschaftsmeister der W45 ebenfalls auf der Bühne.

Sie belegen bei der Wahl den Bronzerang gemeinsam mit den Tennisspielerinnen des TSV Odershausen, die den Verbandsligaaufstieg schafften. Als Lena Engels, Katharina Jacobs  und Theresa Engels mitteilen, dass sie leider keine Verstärkung für die neue Saison gefunden haben, fragt Schäfer humorvoll in die große Runde: „Ist hier vielleicht eine Frau die Tennis-Verbandsliga spielen will?“ Als Antwort kam leider nur Stille, mehr nicht. 

Für Olympia-Silber kein Sonderurlaub

Auch den B-Jugendlichen des FC Ederbergland hätte Schäfer gern den Pokal für Rang zwei überreicht, aber leider ist kein Abnehmer dafür da. Ein olympischer Silbermedaillengewinner wie Stephan Leyhe nimmt sich dagegen die Zeit für seine heimischen Fans. Der Skispringer gibt zu, dass er vermutlich noch Monate brauchen werde, um zu realisieren, was er mit dem Mannschaftssilber bei Olympia erreicht habe. 

Und wer meint, nach olympischem Silber könne man sich zumindest drei bis vier Wochen auf seinen Lorbeeren ausruhen, der täuscht sich. Leyhe hatte nur eine Woche Urlaub (Dubai) und absolviert derzeit einen Lehrgang bei der Bundeswehr in Warendorf. 

Jetzt ist es bald geschafft, der Hunger meldet sich schon. Die Sparte „Besonderer Preis“, gewann Michael Kollmar (Leichtathletiktrainer TSV Frankenberg) vor Wolfgang Schlüter (Schanzenchef SC Willingen). Beide fanden nicht die Zeit nach Höringhausen zu kommen. So beschließt die Ehrung des Drittplatzierten Michael Neuhaus (Fußballchef der SG Bad Wildungen) die Preisübergabe. Und nach dem Essen heißt es mit Musik, Tanz und Getränken die Erfolge des vergangenen Jahres einfach nur zu feiern.

Gemeinsame Sportlerehrung von vier Partnern: Bildergalerie zu Sport vereint

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