Entscheidung von Landkreis und Kommunen

Sporthallen und Bürgerhäuser in Waldeck-Frankenberg bleiben bis 8. Juni zu

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Im Wartestand: Bürgerhäuser in Waldeck-Frankenberg, hier Korbach, bleiben mindestens bis zum 8. Juni zu.

Alle Sport- und Mehrzweckhallen, Bürgerhäuser und Dorfgemeinschaftshäuser, Vereins- und Sportlerheime in Waldeck-Frankenberg werden wegen der Corona-Pandemie frühestens am 8. Juni wieder für den Betrieb geöffnet. Die Schwimmbäder im Landkreis werden nicht vor dem 15. Juni aufmachen.

  • Telefonkonferenz von Landkreis und Kommunen
  • Hallen und Bürgerhäuser bleiben bis 8. Juni zu
  • Schwimmbäder öffnen frühestens am 15. Juni

Das haben der Landkreis sowie die 22 Städte und Gemeinden in einer gemeinsamen Telefonkonferenz am Donnerstagnachmittag entschieden, teilte der Landkreis am Freitag mit.

Seit einigen Wochen sind die Hallen in Waldeck-Frankenberg wegen der Corona-Pandemie bereits geschlossen. Das gilt sowohl für den Schul- und den Vereinssport als auch für alle anderen Aktivitäten. In ihrer gemeinsamen Telefonkonferenz haben sich der Landkreis und die Bürgermeister der 22 Städte und Gemeinden nun dafür entschieden, alle Hallen in Waldeck-Frankenberg weitere drei Wochen geschlossen zu lassen und frühestens am 8. Juni wieder zu öffnen.

Reserve für die Schulen

Hintergrund dafür sei nicht allein der Infektionsschutz, sondern auch die Tatsache, dass zahlreiche Sporthallen gegebenenfalls für den schulischen Bereich in Reserve gehalten werden sollen. Dies geschehe in Absprache mit den Fachdiensten Gebäudewirtschaft und Schulen und Bildung des Landkreises.

Wie berichtet, haben die Schulen zum Teil einen erhöhten Raumbedarf, weil Klassen geteilt werden müssen, um die derzeit geltenden Mindestabstände zwischen den Schülern einhalten zu können. Am Montag werden weitere Schüler an die Schulen zurückkehren, aber immer noch nicht alle Jahrgänge.

Sportplätze für Training offen

Bereits ab Montag dürfen die Sportplätze in Waldeck-Frankenberg wieder für den Sport genutzt werden – jedoch nur zu Trainingszwecken und wenn sich nur maximal 25 Personen dort aufhalten, teilte der Landkreis mit. Zuschauer seien nicht gestattet. Wettkämpfe sind bisher vom Land Hessen ebenfalls noch untersagt. Ob und wie es mit der Saison im Amateurfußball in Hessen weitergeht, will der Hessische Fußballverband heute besprechen.

Im Dornröschenschlaf: Bürgerhäuser, hier Bottendorf, bleiben vorerst zu. Es ist aber nicht zu erwarten, dass die Hecke, wie im Märchen, riesengroß wächst.

Die zu den Sportplätzen gehörigen Vereins- und Sportlerheime sowie Gemeinschaftshäuser – inklusive des gastronomischen Angebots und der Schankanlagen – müssen ebenfalls bis 8. Juni komplett geschlossen bleiben. Zusammenkünfte, beispielsweise um gemeinsam die Fußball-Bundesliga im Fernsehen zu gucken, dürfen daher dort nicht stattfinden.

Landrat bittet um Verständnis

Landrat Dr. Reinhard Kubat und der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese bitten um Verständnis für diese Entscheidungen, die sie am Donnerstag in einer Telefonkonferenz gemeinsam mit den Bürgermeistern aus dem Landkreis getroffen haben. 

„Wir befinden uns noch am Anfang der Pandemie. Unsere Infektionszahlen im Landkreis sind momentan noch im grünen Bereich. Wir sehen zwar eine moderate, aber stetige Steigerung, die es unbedingt aufzuhalten gilt“, werden Kubat und Frese in einer Pressemitteilung aus dem Kreishaus zitiert. 

Wenn die Zahlen einen bestimmten Schwellenwert überschreiten, sei man gezwungen, das öffentliche Leben im Landkreis wieder deutlich einzuschränken. „Damit das nicht passiert, werden wie viele andere Bereiche auch das Sport- und Vereinsleben in Waldeck-Frankenberg schrittweise und behutsam geöffnet.“ 

Seit dem 15. Mai erlaubt das Land Hessen zwar den Sportbetrieb wieder – jedoch in begrenztem Umfang. Im Vordergrund steht dabei, dass der Sport kontaktfrei ausgeführt wird. Das bedeutet, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen eingehalten werden muss. Auch müsse zwingend auf die Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen geachtet werden, insbesondere bei der gemeinsamen Nutzung von Sportgeräten, erläutert der Landkreis. 

Das sagt das Sportamt

Matthias Schäfer, der Leiter des Fachdienstes Sport, wirbt um Akzeptanz für diese Maßnahmen, die momentan notwendig seien: „Wir befinden uns in einer Ausnahme-Situation, die jedes Sportlerherz bluten lassen, auch meines“, sagt Schäfer. „Es gilt jetzt, Teamgeist zu beweisen, um diese Zeit gemeinsam zu meistern.“ 

Seit Wochen geschlossen: Die Ederberglandhalle in Frankenberg.

Aktuell müsse der Fokus daher eher auf kontaktfreien Sportarten wie beispielsweise Mountainbiken, Joggen oder Yoga liegen. Sportliche Aktivitäten sollten zudem, wenn möglich, ins Freie verlagert werden. „Auch Übungsleiter werden sicherlich genug Ideen haben, um ihre Angebote – mit Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln – nach draußen zu verlegen“, sagt der Fachdienst-Leiter. 

Das sagt Korbachs Bürgermeister

„Es war uns allen wichtig, eine einheitliche Linie zu verfolgen“, berichtet Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich nach der Telefonkonferenz. Der Schutz der Gesundheit stehe schließlich an erster Stelle. Es sei sinnvoll, mit der Öffnung der Sporthallen noch zu warten, weil geschaut werden müsse, wie die Öffnung der Schulen verlaufe und was in den Kitas geplant sei. „Aktuell ist unklar, ob die kreiseigenen Sporthallen und die Schulsporthallen nicht benötigt werden, um Kindergartenkinder und Schüler unter Einhaltung der Abstandsregelungen zu beschulen und zu betreuen. Daher ist es nachvollziehbar, dass die Hallen zunächst noch geschlossen bleiben“, sagt Friedrich. 

„Wir haben sehr niedrige Infektionszahlen“, merkt Friedrich an. Dennoch müsse man weiter mit Augenmaß agieren, damit sich die aktuell gute Situation nicht ins Gegenteil verkehre.

Köhler: Nachfrage überschaubar

Der Druck und die Nachfrage von Bürgern und Vereinen, die Bürgerhäuser und Hallen wieder zu öffnen, sei in Haina überschaubar, sagt Hainas Bürgermeister Alexander Köhler. "Es geht auf den Sommer zu, da ist die Nachfrage ohnehin etwas geringer." 

Hinzu komme, dass die zu erfüllenden Auflagen für eine mögliche Nutzung sehr umfangreich seien und für viele Vereine oder Organisatoren von Veranstaltungen ein Hindernis darstellten. Köhler: "Ich persönlich könnte mir beispielsweise keine private Feier im DGH mit Abstandsregelung, festgesetzter Personenzahl und eventuell sogar Mundschutz vorstellen."

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