Tankstellen vor Ort haben auf die Preise keinen Einfluss

Spritpreise in Waldeck-Frankenberg seit März deutlich gestiegen

Waldeck-Frankenberg. Seit März kannten die Preise für Superbenzin nur eine Richtung: von 1,32 Euro pro Liter kletterten sie auf knapp 1,50 Euro im Juni. Der Dieselpreis stieg im gleichen Zeitraum von 1,16 auf 1,30 Euro pro Liter  – eine Steigerung um rund 14 Prozent.

In den letzten Tagen gaben die Preise wieder leicht nach. Das Erstaunliche: Obwohl die Spritpreise kräftig gestiegen sind, regt sich kaum ein Autofahrer darüber auf. Das jedenfalls ergab eine Anfrage bei einigen Tankstellen im Landkreis.

Die Tankstellen selbst haben keinen Einfluss auf die Spritpreise, die sich oft mehrmals täglich ändern. Preisänderungen kommen direkt aus den Zentralen der großen Konzerne wie Aral, Shell oder Esso. „Wir bekommen es nur an der Kasse mit, wenn sich die Preise ändern“, sagt Rainer Wohlhöfner, Pächter der Shell-Tankstelle in Diemelstadt. „Das ist zentral gesteuert und nicht eine Sekunde vorher absehbar.“

„Das Geld wird nicht an der Zapfsäule, sondern im Shop verdient“, sagt Daniela Moter, Pächterin der Aral-Tankstelle in der Röddenauer Straße in Frankenberg. „Ich freue mich, wenn die Spritpreise sinken, weil das Kundenfrequenz im Shop bringt.“ Nach ihrer Einschätzung gibt es wichtigere Dinge als Spritpreise. Daniela Moter wundert sich darüber, „was an Pfandflaschen und Dosen im Mülleimer liegt, wenn man nur drei Meter weiter gehen müsste, um 25 Cent Pfand zurück zu bekommen“.

Richtig Geld sparen kann nach Ansicht von Rainer Wohlhöfner, wenn man nicht direkt an der Autobahn tankt. Wenn man beim Tankstopp noch eine Bockwurst und eine Cola dazu bestelle, kämen leicht 30 Euro Preisdifferenz zusammen. Eine Prognose zur Entwicklung der Spritpreise wagt Wohlhöfner nicht. Aber: „Ich hoffe, dass die Preise wieder runtergehen. Im Moment sind die hohen Spritpreise aber offensichtlich keine Konjunkturbremse.“ 

Hintergrund

Wer sein Auto in Kassel betankt, zahlt für Benzin durchschnittlich 2,2 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Der Schwalm-Eder-Kreis liegt beim Benzin um 1,49 Prozent über dem Schnitt, Waldeck-Frankenberg immerhin noch um 1,6 Prozent. Ähnlich sieht es bei Diesel-Kraftstoff aus (Kassel plus 2,28 Prozent, Schwalm-Eder plus 1,28 Prozent, Waldeck-Frankenberg plus 0,9 Prozent. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg steht also beim Sprit im Vergleich recht günstig da. 

Richtig teuer (plus vier Prozent) ist Benzin dagegen im Landkreis Hof, besonders günstig in Neu-Ulm (minus 2,86 Prozent). Wer ein Diesel-Fahrzeug hat, sollte möglichst nicht in Rastatt tanken, weil Dieselkraftstoff dort 5,25 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt kostet. Diesel ist nach dieser Statistik besonders günstig im Jerichower Land (minus 4,93 Prozent). (off)

Quelle: www.ich-tanke.de

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