Standards sollen steigen - Forderung von CDU und SPD im Kreistag 

Mittagessen in Schulen: Bald mehr Bio und mehr regionale Produkte?

+
Die Standards für Mittagessen im Landkreis sollen nach Willen von CDU und SPD steigen.

Waldeck-Frankenberg – Die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) könnten demnächst an den Schulen im Landkreis gelten. Zudem könnte der Anteil an Bio-Lebensmitteln und an regionalen Produkten steigen.

Einem entsprechenden Prüfauftrag stimmte der Kreistag zu. Allerdings gab es auch Gegenwind.

Die beiden größten Fraktionen CDU und SPD hatten das Anliegen in einem Antrag eingebracht. Da die Mittagsverpflegung an Schulen immer mehr an Bedeutung gewinne, sei es wichtig, „regionale, gesunde und unbelastete“ Produkte zu verwenden, heißt es im Antrag. Die Kreisverwaltung solle demnach überprüfen, wie „individuelle Optimierungsstrategien“ an den Schulen umgesetzt werden könnten. Ziel ist, dass die Standards der DGE „möglichst flächendeckend“ in den Kantinen der Schulen in Waldeck-Frankenberg eingeführt werden.

"Im ländlichen Raum nicht umsetzbar"

Allerdings: Aus den Antworten auf eine Anfrage der Grünen-Kreistagsfraktion geht hervor, dass der Großteil der Schulen im Landkreis die Standards zwar sinnvoll findet, „im ländlichen Raum jedoch für nicht umsetzbar“. Viele Schulen seien froh, überhaupt einen Anbieter gefunden zu haben, der sich um die Verpflegung der Schüler kümmere. Die Kreisverwaltung sei zudem nicht zuständig für ein Konzept für ein gesundes Mittagessen. Standards würden von Kreisebene deshalb auch nicht vorgegeben. Die Schulen selbst konzipieren und organisieren die Mittagsverpflegung, geht aus den Antworten auf die Anfrage hervor. Dennoch gibt es an zehn der 57 Schulen im Landkreis ein Konzept, das die Nutzung von regionalen Produkten und zudem in Bio-Qualität fokussiert.

Mit den Stimmen von CDU und SPD wurde der Prüfantrag genehmigt. Die anderen Fraktionen übten teils deutliche Kritik. „Bio ist nicht automatisch besser als konventionelle Produkte“, sagte Jochen Rube (FDP). Mit dem Antrag unterstelle man heimischen Landwirten schlechte Arbeit. 

Sie liefern Mittagessen an die Schulen

Zahlreiche Anbieter beliefern Schulen im Kreis mit Mittagessen. Am häufigsten, bei sieben Einrichtungen, übernimmt das die Metzgerei Gassner aus Korbach. Für die Mädchen und Jungen an jeweils vier Schulen kochen Hofmann Menü Manufaktur aus Kelsterbach und Victus Catering aus Frankenberg sowie die Lebenshilfe Korbach und Frankenberg. Auch in Seniorenheimen (Gemünden, Reinhardshausen und Marsberg) und Restaurants (Usseln) wird für Schulen gekocht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare