Waldeck-Frankenberg

Standortatlas für Nordhessen

- Kassel (jk). Was ist wichtig für Ansiedlung und Bestand von Unternehmen? Die IHK (Kassel) untersuchte in einer großen Studie die „Standortfaktoren“ für Nordhessen und Marburg.

Die Analyse der „Standortfaktoren“ für die Wirtschaft ist eine Wissenschaft für sich. Die Ergebnisse hängen oft von Ziel und Perspektive der Befrager ab – die nicht selten damit Werbung für die Region machen wollen. So ist eine Vergleichbarkeit der Studien in Deutschland eher schwierig. Mit Ulrich Spengler, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, an der Spitze hat die IHK Kassel den ersten umfassenden Standortatlas für Nordhessen vorgestellt. Die Systematik hat die IHK dabei selbst erarbeitet, um ein möglichst objektives Bild zu erzielen. Bewertet wurden die einzelnen Landkreise und die Region Kassel (Stadt und Land). Eingeflossen ist ebenso eine Befragung von 262 Betrieben. Hinzu kamen Erkenntnisse externer Fachleute und Institutionen wie Uni, Arbeitsagentur, Wirtschaftsförderer und Regionalmanagement. Von der Vorbereitung seit Dezember 2009 bis zu den Ergebnissen brauchte die Untersuchung fast ein halbes Jahr. Dafür sind die Ergebnisse aus IHK-Sicht entsprechend handfest. Bestätigt wird durch die Arbeit die zentrale gute Lage Nordhessens in Deutschland und Europa, betont IHK-Präsident Dr. Martin Viessmann. Touristische Attraktivität wie in Waldeck-Frankenberg, eine profilierte Wissenschaftslandschaft (Kassel und Marburg), besondere Netzwerke für Mobilität, regenerative Energien und Gesundheit machen die Region ebenso interessant. Indes sei Nordhessen auch durch Gefahren des demographischen Wandels stark betroffen, erklärte Viessmann. Als sehr wichtige Standortfaktoren für ganz Nordhessen erbrachte die Studie vor allem Verfügbarkeit von Fachkräften und Unternehmerfreundlichkeit der Verwaltungen, führte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Lohmeier aus. Auch die Versorgung mit schnelle Datenleitungen (DSL) steht oben an.Fazit: „Die Lage ist gut“, aber es gilt nunmehr, Stärken der Region noch besser herauszuarbeiten und Schwächen zu mildern, die sich in etlichen Teilregionen zeigen. Dazu zählen auch die mangelhafte Verkehrsanbindung oder DSL-Versorgung in Waldeck-Frankenberg. Die Studie soll möglichst im Abstand von zwei Jahren wiederholt werden.

Mehr in unserer Zeitungsausgabe vom 22. April.

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