Kleinkinder mit Rotavirus infiziert

Starker Anstieg von Durchfall-Erkrankungen

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Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen: Vor allem Kinder können sich leicht mit dem Rotavirus infizieren.

Waldeck-Frankenberg. Eine drastische Zunahme von Durchfall-Erkrankungen beobachtet der Fachdienst Gesundheit in diesem Jahr im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Verursacht werden sie vor allem durch das Norovirus und durch das Rotavirus, der weltweit häufigsten Ursache für schwere Durchfälle bei Säuglingen und Kindern.

Allein 275 Fälle von Norovirus-Erkrankungen wurden der Kreisbehörde in diesem Jahr bereits bis Mitte August gemeldet. Das sind weit mehr Fälle, als sonst in einem ganzen Jahr. Zum Vergleich: 2016 wurden insgesamt 174 Noro-virus-Fälle festgestellt. 2015 waren es 188 Fälle, informiert Ann-Katrin Heimbuchner, Sprecherin des Landkreises, auf Anfrage. Noch drastischer ist nach ihren Angaben der Anstieg der von Rotaviren verursachten Infektionen: 102 Fälle verzeichnet der Landkreis bereits bis Anfang August. 2016 waren es insgesamt 31 Fälle.

Zur Schwere der Verläufe liegen dem Gesundheitsamt keine Angaben vor. Personen mit bleibenden Schäden oder gar Todesfälle gebe es in Waldeck-Frankenberg aber keine.

„Kleinkinder und Säuglinge werden oft vorsorglich in stationäre Behandlung gegeben, um eine Austrocknung durch Flüssigkeitsverlust zu verhindern“, erläutert die Sprecherin. Seit September 2013 empfehle die ständige Impfkommission die Impfung gegen Rotaviren für Säuglinge.

„Eine klare Ursache für die Häufung der Virusinfektionen ist nicht klar ersichtlich“, sagt Pressesprecherin Heimbuchner. Infektionswellen gebe es immer mal wieder.

Nahezu jeder Mensch habe bis zum Alter von fünf Jahren bereits eine Rotavirus-Infektion durchgemacht – unabhängig von den weltweiten unterschiedlichen hygienischen und sanitären Bedingungen. Eine Übertragung der Viren könne durch gründliche Händehygiene wirksam vermieden werden.

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