WLZ-FZ-Serie 20 Jahre Mauerfall

„Steh auf, die Mauer fällt“

- Zeitzeugen berichten bei einem CDU-Treffen in Lichtenfels

Lichtenfels - Immighausen. Wer den 9. November 1989 miterlebt hat in Deutschland, der wird die Szenen nie vergessen. Zeitzeugen aus Ostdeutschland berichteten am Samstag bei einer Veranstaltung in Immighausen über den Mauerfall. Eingeladen hatten der CDU-Stadtverband Lichtenfels und der Kreisverband Waldeck-Frankenberg.

Als Zeitzeugen mit dabei waren die frühere Landtagsabgeordnete Carola Hartfelder, Amtsdirektorin Ursula Schadow aus Golßen (Spreewald) und Lothar Stark aus Tannroda, der thüringischen Partnergemeinde von Lichtenfels. Mit viel Emotion berichteten Ursula Schadow (Jahrgang 1959) und Carola Hartfelder (Jahrgang 1951), die sich seit Studentenzeiten in Ost-Berlin kennen. Nach der Wende führte ihr politischer Weg in die CDU.Hineingewachsen war Ursula Schadow hingegen in die Strukturen der damaligen DDR. Gut kann sie sich noch entsinnen, als Eltern und Großeltern im August 1961 weinten: Mit dem Mauerbau schienen die Verwandten in Westdeutschland für alle Zeiten plötzlich unerreichbar.

Ab 1980 waren für sie Verwandtschaftsbesuche im Westen wieder möglich – doch am Bahnhof in Ost-Berlin stets gegängelt von bewaffneten Grenzern. Und dann kam der 9. November 1989, als Ursula Schadow von ihrem Mann hochgeschreckt wurde: „Steh auf, steh auf – die Mauer fällt.“

Fazit der heutigen Verwaltungschefin des Gemeindeverbands Golßen: „Wir sind ein Volk. Ich bin auch dankbar dafür, die Wendezeit aktiv mitgestalten zu können.“ Und darin ist sie sich mit Carola Hartfelder und Lothar Stark völlig einig: DDR nie wieder.Erlebnisse aus westdeutscher Perspektive schilderten am Samstag CDU-Kreisverbands­chef Lutz Klein (Battenberg) und der Lichtenfelser Alf Höfer, der die CDU-Veranstaltung organisiert hatte.

Als junger Mann arbeitete Klein beim Bundesgrenzschutz in Eschwege, Höfer war Jahrzehnte bei der Bundeswehr – und musste sich entsprechend von der Zonengrenze fernhalten. Umso aufwühlender war für beide der Abend des 9. November 1989. Klein, damals Bürgermeister in Battenberg, kam gerade aus einer Parlamentssitzung, als er von seiner Frau am Telefon erfuhr: „Die Grenze ist offen.“ Danach liefen in der Kneipe nicht nur die Fernseher bis tief in die Nacht … (jk)

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