Neue Serie: Angekommen im Landkreis

Paula Miranda-Stracke (32) kam der Liebe wegen aus Brasilien nach Goddelsheim

Traf ihre große Liebe auf einer Spanien-Reise: Paula Miranda-Stracke. Die Brasilianerin kam 2016 nach Deutschland und lebt in Lichtenfels-Goddelsheim.
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Traf ihre große Liebe auf einer Spanien-Reise: Paula Miranda-Stracke. Die Brasilianerin kam 2016 nach Deutschland und lebt in Lichtenfels-Goddelsheim.

Sie überquerte den Atlantik für die Liebe und baut sich seitdem ein Leben im Landkreis auf: Vor fünf Jahren zog die Brasilianerin Paula Miranda-Stracke nach Waldeck-Frankenberg. Die 32-Jährige lebt in Lichtenfels-Goddelsheim.

Rückblick: Es war der 1. März 2016. Nach einer zwölfstündigen Reise und einem Temperaturunterschied von fast 30 Grad kam Paula Miranda-Stracke in Deutschland an. Diese Wahl war kein Zufall. Die Brasilianerin entschied sich für den Umzug aus Liebe und aufgrund ihres Wunsches, die Welt weiter zu erkunden.

Paula Miranda-Stracke ist die Tochter bolivianischer Eltern und stammt gebürtig aus São Paulo. Sie wohnte auch schon in London und verliebte sich in einen Deutschen, den sie auf einer Spanienreise in Sevilla kennenlernte. Seitdem führten sie und der Goddelsheimer Jan Stracke eine Fernbeziehung und trotzten nicht nur den Meilen, die sie trennten, sondern auch den kulturellen Unterschieden und allen Wahrscheinlichkeiten, dass ihre Beziehung nicht funktionieren könnte. Mittlerweile sind die beiden verheiratet.

Als Paula Miranda-Stracke das dritte Mal in Deutschland war, stand für sie fest, dass hier ihr neues Zuhause sein würde. Sich in einer neuen Sprache zu unterhalten, das Misstrauen der Einheimischen zu überwinden und das Risiko der Ablehnung einzugehen – das waren einige ihrer Ängste. „Im Ausland zu leben ist ein täglicher Kampf um die Anerkennung dessen, wer ich bin und was ich mitbringe. Man lächelt, wenn einem die Wörter fehlen“, verrät die 32-Jährige.

Fernab von ihrem Land, ihrer Familie und ihren Freunden reifte sie schnell und lernte, selbstbewusst aufzutreten. Glücklicherweise war sie nie allein: „Jan und meine Familie, sowohl die brasilianische als auch die deutsche, unterstützen mich. Sie helfen mir, neue Ideen und Gewohnheiten zu verstehen“, sagt sie.

Auch der Kontakt zu anderen Deutschen und der Austausch mit Menschen verschiedener Nationalitäten, die in der Region leben, waren wesentlich für ihre Anpassung. In Deutschkursen sowie bei Veranstaltungen in der Region lernte sie Leute kennen und baute nach und nach ihr Netzwerk an Freunden auf. In Zeiten von Corona, als es nahezu unmöglich wurde, Freunde zu treffen oder zu reisen, besann sie sich darauf, die regionale Umgebung zu erkunden. Das Wandern inmitten der Natur wurde zu ihrem liebsten Hobby. „Man sagt, dass diejenigen, die weit von den großen Städten entfernt sind, mitten im Nirgendwo leben. Aber ich sage lieber, wir stehen im Zentrum von allem“, definiert Paula Miranda-Stracke den Landkreis Waldeck-Frankenberg. Auf ihrem Instagram-Account (@bragercouple) mit ihrem Ehemann Jan teilt sie Fotos und Geschichten über ihre Abenteuer.

Die Brasilianerin, die einen Bachelor-Abschluss in Kommunikationswissenschaften mit Schwerpunkt Journalismus hat, nutzte beruflich jede Chance, die sich ihr bot. Ihre Leidenschaft für Sprachen öffnete viele Türen: Sie arbeitete als Englisch- und Spanischlehrerin beim Studienkreis und der VHS. Für ein heimisches Unternehmen war sie als Übersetzerin tätig. Heute arbeitet sie Vollzeit im internationalen Vertrieb einer Firma im Landkreis.

Aufgrund ihrer Erfahrung mit sozialen Medien ergaben sich neue Möglichkeiten. Einen Job zu bekommen, Deutschprüfungen zu bestehen oder Freunde zu finden – all das hat sie inzwischen also erreicht, auch wenn es einige Mühe gekostet hat. Die Suche nach einem Haus in der Region ist ihre neue Herausforderung: „Ich möchte mich hier weiter verwurzeln“, sagt sie.

Heute fühlt sich Paula Miranda-Stracke als Teil dieser Region, erkennt Wege, hat eine Routine und neue Lieblingsorte. Neue Menschen treten in ihr Leben, das Heimweh kommt und geht.  

Serie in der WLZ: Zugezogene und Rückkehrer stellen sich vor

Es gibt viele gute Gründe für ein Leben in Waldeck-Frankenberg – hier kann ein neues Zuhause zur Heimat oder eine alte Heimat zum neuen Zuhause werden. Beispielhaft stellen sich in den kommenden Wochen einige Menschen vor, die von ihren Erfahrungen des Ankommens berichten. Jeder bringt seine eigene Geschichte mit. Initiiert wurde diese Vorstellungsreihe vom Netzwerk „SuSe – Spiel- und Standbein ermöglichen“ des Landkreises Waldeck-Frankenberg. Unter dem Leitsatz „Das Netzwerk zum Ankommen, Bleiben und Gut Leben“ ist „SuSe“ eine Anlaufstelle für alle Neulinge im Landkreis.

Informationen zu „SuSe“, dem Netzwerk für Zugezogene und Rückkehrer, gibt es auf der Seite www.das-gute-leben.de, in der Facebook-Gruppe „Neu im Landkreis? Landebahn Waldeck-Frankenberg“ und direkt bei Anneke Heine im Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung unter: anneke.heine@lkwafkb.de oder unter Telefon: 05631/954-533.

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