Hohes Patientenaufkommen auch im Landkreis – Viele Intensivbetten sind belegt

Steigende Zahl von Corona-Infektionen sorgt für angespannte Lage in Waldeck-Frankenberger Kliniken

Das Kreiskrankenhaus Frankenberg. Eingangsbereich, Haupteingang
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Im Kreiskrankenhaus Frankenberg sind alle Corona-Intensivbetten und die Reserve belegt.

Die stetig steigenden Zahlen bei den Corona-Infektionen bringen die Kliniken bundesweit teilweise an den Rand ihrer Belastungsgrenze. In Waldeck-Frankenberg ist die Situation in den Krankenhäusern – nicht nur mit Blick auf die vorhandenen Intensivbetten – angespannt. Das ergab eine Umfrage unserer Zeitung.

  • Die Zahl der Corona-Patienten in den Waldeck-Frankenberger Krankenhäusern steigt. Das sorgt für eine angespannte Lage mit Blick auf die freien Intensivbetten.
  • Das Korbacher Stadtkrankenhaus hat aufgrund der Engpässe in anderen Regionen Patienten aus Südhessen und dem Raum Kassel aufgenommen.
  • Am Donnerstag lagen im Landkreis Waldeck-Frankenberg 75 Corona-Patienten in Krankenhäusern, zehn auf einer Intensivstation.

Waldeck-Frankenberg – „Aktuell haben wir noch ein Intensivbett frei und können noch zwei zusätzliche Intensivbetten bereitstellen. Dies ist im bestehenden Stufenkonzept festgeschrieben, das in regelmäßigen Sitzungen durch die Klinikleitung evaluiert wird“, berichten Dr. Aggi Neumann-Schiebener und Dr. Dieter Puplat, die das Chefarzt-Team der Inneren Abteilung der Asklepios Kliniken Bad Wildungen bilden. Die Intensivstation sei derzeit mit neun Patienten belegt, zwei davon seien positiv auf das Corona-Virus getestet worden. „Beide Patienten werden mit einer nicht invasiven Beatmung unterstützt“, teilen die beiden Ärzte mit.

Im Kreiskrankenhaus Frankenberg sind alle Corona-Intensivbetten und die Reserve belegt. „Auf unserer Intensivstation mit acht Betten liegen sieben Personen, davon vier Covid-Patienten“, berichtet Klinik-Sprecherin Julia Weiss. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass dies eine Momentaufnahme sei. Die Lage sei sehr dynamisch, sodass jede Aussage, die aktuell getroffen werde, in einer Stunde überholt sein könne. „Unser Krisenteam trifft sich täglich, um die Organisation anzupassen.“

Korbacher Stadtkrankenhaus behandelt Patienten aus Südhessen und Kassel

„Bei uns werden aktuell 13 Patienten mit einer Covid-19-Infektion behandelt, zwei unter Isolierungsbedingungen auf der Intensivstation, von denen ein Patient invasiv beatmet wird“, teil Tanja Jostes vom Stadtkrankenhaus in Korbach mit. Aufgrund der Engpässe in anderen Regionen hätte die Klinik mehrfach Patienten aus Südhessen oder dem Raum Kassel übernommen. Die anderen Intensivbetten, die außerhalb des Isolationsbereichs liegen, seien in der Regel belegt – mit Ausnahme eines Bettes, das für einen akuten Notfall freigehalten werde. „Wir bemerken auch starke Anstiege bei den Zahlen im Bereich der nicht-intensivmedizinisch zu versorgenden Patienten. Für die Behandlung haben wir daher eine zweite Isolierungsstation eingerichtet, die – wenn die Verhältnisse es erfordern – in Betrieb gehen könnte.“

Im Arolser Krankenhaus steigt die Zahl der Patienten, die durch eine Corona-Infektion intensivpflichtig werden, rasant. Das teilt Sprecherin Dr. Nina McDonagh mit. Die Klinik rechne damit, dass sich die Situation über Weihnachten und Neujahr noch verschärfen werde.

Corona in Waldeck-Frankenberg: Inzidenz erstmals über 200

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat am Donnerstags mit einer Corona-Inzidenz von 210,5 erstmals die neue höchste Warnstufe (ab 200) erreicht. Bleibt sie über mindestens drei Tage so hoch, drohen Ausgangssperren. Seit Mittwoch gab es 100 Neuinfektionen im Landkreis, die Zahl der akuten Fälle ist auf 509 gestiegen. Am Donnerstag lagen 75 Corona-Patienten in Krankenhäusern, zehn auf einer Intensivstation.

Wie die Situation in den heimischen Krankenhäusern im Detail ist, lesen Sie in der gedruckten Ausgabe am Freitag, 18. Dezember

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