Redewendung vom 17. Juni 2011

Stiften gehen

- (resa) Viel gerätselt haben die Wissenschaftler um diese Redewendung, zu einem hieb- und stichfesten Ergebnis kamen sie nicht.

Vor allem drei Erklärungen hielten sie aber für logisch: So könnte das „Stiften gehen“ aus der Soldatensprache kommen. Ein Rekrut nämlich wurde auch „Stift“ genannt. Entfernte sich einer unerlaubt der Truppe, dann ging er stiften. Denkbar ist auch folgende Herführung: Im Mittelhochdeutschen meinte „Stieben“ nicht nur wie Staub umherfliegen, sondern (laut Frühneuhochdeutschem Wörterbuch) auch schnell laufen oder rennen. Aus stieben könnte später dann stiften geworden sein. Und auch aus der Tierwelt lässt sich eine Geschichte zur Herkunftserklärung der Redewendung finden: Imker sprechen vom Stiften der Bienen. Die Bieneneier werden dabei als Stift bezeichnet. Nach dem Bestiften des Eis verlässt die Königin ihre besondere Zelle und fliegt weg – sie geht also stiften. Wenn sich heute einer verdrückt oder heimlich davonmacht, dann geht er im sprichwörtlichen Sinne stiften.

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