Stress und Familienzwist ade: Damit das Weihnachtsfest wirklich ein Fest der Liebe wird

Stille Nacht unterm Christbaum

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Wer Geschenke früh einkauft, kann sie auch früh verpacken (lassen). Wie für alle großen Vorhaben ist es auch bei den Weihnachtsvorbereitungen sinnvoll, einen Zeitplan aufzustellen – und sich nicht zu viel vorzunehmen.

Waldeck-Frankenberg - Jedes Jahr das gleiche: Ausgerechnet zu Weihnachten, dem Fest der Liebe, scheint der Haussegen schief zu hängen, die Feiertage werden anstrengend. Doch so muss es nicht laufen.

Manchmal scheint es: So sicher, wie Weihnachten am 24. Dezember gefeiert wird, so sicher gibt es Spannungen in der Familie. Doch so muss es nicht laufen: Wie man vorweihnachtlichen Stress umgeht, weiß Liane Reichhart aus Korbach, Hauswirtschaftsleiterin und Vorsitzende des DHB-Netzwerks Haushalt.

Weihnachten soll ein perfektes Fest werden, bei dem alles reibungslos abläuft. Entsprechend anstrengend können die Vorbereitungen werden: Geschenke kaufen, Essen für Heiligabend und die Feiertage einkaufen und vorbereiten, Wohnung schmücken. Vor allem Frauen kümmern sich um diese Arbeiten - und vor allem sie neigen dazu, sich bei der Planung und Gestaltung des Weihnachtsfestes besonders unter Druck zu setzen. Dem eigenen Perfektionismus geschuldet, können die Ansprüche schnell zum Stress ausarten.

„Wer sich mit weniger Perfektion zufrieden geben kann, wer sich von vornherein etwas weniger vornimmt, kann deutlich gewinnen: An Zeit, Ruhe und Ausgeglichenheit, was allen in der Familie deutlich mehr zugute kommt, als eine neue Tischdekoration“, erklärt Liane Reichhart getreu der Devise „Weniger ist manchmal mehr“.

Auch das Miteinander über die Weihnachtsfeiertage lässt sich durch gezielte Vorbereitung oft ein wenig stressfreier gestalten. So sei ein einfaches Mittel, Unstimmigkeiten zwischen Familienmitgliedern zu vermeiden, die Wünsche aller Beteiligten zu berücksichtigen und die üblichen „Zwist-Kandidaten“ geschickt zu platzieren, sie jedenfalls nicht nebeneinander zu setzen, erklärt Liane Reichhart weiter.

Auch lasse sich im Vorfeld durchaus vereinbaren, „über heikle Themen wie Schulprobleme, Geldsorgen, Beziehungsprobleme oder Krankheiten am Heiligen Abend nicht zu sprechen und stattdessen schöne Erinnerungen auszutauschen“, betont Liane Reichhart weiter. Der Verlauf eines Abends lasse sich auch dadurch verändern, dass ein Gast eingeladen werde, der sonst den Heiligabend vielleicht alleine verbringen müsste.

Struktur hilft

Auch wer niemanden habe, mit dem er die Weihnachtsfeiertage verbringe, könne sich darauf einstellen. Es sei angeraten, die Feiertage durchzustrukturieren, sich angenehme Beschäftigungen und kleine persönliche Glanzpunkte zu suchen. Schließlich sei das vollkommene Glück zu 50 Prozent vom Erbgut abhängig, zu zehn Prozent von den Lebensumständen und zu immerhin 40 Prozent vom eigenen Gestalten des Alltags, betont Liane Reichhart und sagt weiter: „Für die Erfüllung der eigenen Erwartungen sind wir also in erster Linie selbst verantwortlich“.

Wer frühzeitig mit den Vorbereitungen für das Weihnachtsfest beginnt, den persönlichen Leistungsdruck nicht zu groß werden lässt und mögliche Streitthemen in der Familie geschickt umwandert, hat alles für ein besinnliches Fest getan. Wenn dann noch das Essen gelingt - was will man mehr?

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