Corona: Wo es den Digital-Pass als QR-Code gibt

Nach Stotter-Start: Digitaler Impfnachweis etabliert sich in Waldeck-Frankenberg

Stellt den digitalen Impfnachweis aus: Heinz-Dieter Helfer, Inhaber der Bären-Apotheke in Korbach.
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Stellt den digitalen Impfnachweis aus: Heinz-Dieter Helfer, Inhaber der Bären-Apotheke in Korbach.

Trotz technischer Probleme an den ersten Tagen scheint sich der digitale Impfnachweis auch in Waldeck-Frankenberg zu etablieren.

Das erfuhr unsere Zeitung aus Gesprächen mit Apothekern, Allgemeinmedizinern sowie den jeweiligen Berufsverbänden. Den digitalen Impfnachweis stellen seit Beginn dieser Woche Apotheken und Hausärzte im Landkreis aus.

Im Laufe der kommenden Woche sollen auch die hessischen Impfzentren den Service für vollständig Geimpfte anbieten, indem der digitale Impfnachweis per Post verschickt oder vor Ort ausgestellt wird. Das hat das Hessische Innenministerium angekündigt.

Festzustellen war, dass sich seit Wochenbeginn vor allem Apotheken in Waldeck-Frankenberg auf die Ausstellung des digitalen Impfnachweises konzentrieren. Über die Web-Suche des Deutschen Apothekerverbandes (mein-apothekenmanager.de) ist abrufbar, welche Betriebe das sind. „Bis Donnerstag hatten wir 90 Zertifikate ausgestellt. Der ganz große Ansturm war das zwar nicht, aber wir hatten gut zu tun“, berichtete Heinz-Dieter Helfer von der Bären-Apotheke in Korbach. Der Start sei aber holprig verlaufen, weil der über den Server des Robert-Koch-Instituts (RKI) erzeugte QR-Code nicht immer sofort abrufbar gewesen sei. „Diesen QR-Code drucken wir in der Apotheke für unsere Kunden aus“, so Helfer. Zuvor gebe er nach Überprüfung des Impfstatus’ die Daten des jeweiligen Kunden ins System ein und übermittele alles an das RKI. „Das Zertifikat ist somit von unserer Seite aus fertig. Das RKI schickt uns die Daten dann in Form des QR-Codes zurück. Das hat es anfangs aber gehakt – offenbar war der Server überlastet.“

Der Willinger Allgemeinmediziner Dr. Dirk Bender, der auch Vorsitzender des Waldecker Hausärzteverbandes ist, berichtete, dass er am ersten Tag 15 digitale Impfzertifikate ausgestellt habe. „Dass auch wir Hausärzte dabei sind, scheint noch nicht so bekannt zu sein“, sagt Bender – wohlwissend, dass viele Praxen den Fokus womöglich erst einmal auf das Impfen richten. „Wir haben alle viel zu tun. Ich kann daher gut verstehen, dass einige Kollegen beim digitalen Impfnachweis noch zurückhaltend sind“, sagt er. Die Erzeugung dieser Impfzertifikate gehe über das sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen Hessen (KV-SafeNet) jedoch recht schnell, auch wenn die Patientendaten derzeit noch händisch eingegeben werden müssten. „Zeitnah soll das aber automatisiert werden“, so Bender.

Hintergrund: Der digitale Impfnachweis

Der digitale Impfnachweis ergänzt den gelben Impfpass. Er soll zum Beispiel den Besuch von Restaurants, Läden oder Kulturveranstaltungen erleichtern. Vollständig Geimpfte erhalten einen QR-Code, den sie per Smartphone in die CovPass-App oder die Corona-Warn-App des Bundes einscannen. Es ist auch möglich, den Nachweis auf Papier mitzubekommen. Bei Kontrollen wird das Zertifikat ausgelesen. Ab Juli soll der Digital-Pass auch für Reisen innerhalb der EU genutzt werden können. 

Im Impfzentrum geimpft: QR-Code kommt per Post

Personen, die ab nächster Woche in den Impfzentren zum zweiten Mal gegen Corona geimpft werden, erhalten den digitalen Nachweis laut hessischem Innenministerium per Post – und zwar innerhalb von 14 Tagen. Soweit im jeweiligen Impfzentrum das Ausstellen des Nachweises vor Ort erfolgen könne, erhalten Zweitgeimpfte den Ausdruck mit QR-Code bereits dort. Gültig werde der Digital-Pass aber erst nach 14 Tagen.

Doch was machen die Personen, die im Impfzentrum bereits den vollständigen Schutz bekommen haben? „Auch sie erhalten ihre persönlichen Impfnachweise mit QR-Code per Post“, teilt das Ministerium mit. Da hierfür mehr als eine Million Nachweise aus den Datenbeständen der 28 Impfzentren versendet werden müssen, könne dieser Prozess mehrere Tage dauern. „Die ersten Nachweise werden ab nächster Woche nachträglich versendet. Ein weiterer Besuch im Impfzentrum zur Ausstellung des Digital-Passes ist also nicht notwendig.“

Wer in einer Arztpraxis geimpft worden sei, könne sich dorthin wenden und um ein nachträglich erzeugtes digitales Zertifikat bitten. Es empfiehlt sich jedoch, vorher nachzufragen, ob die Praxis den digitalen Nachweis auch ausstellt. Zusätzlich bieten viele Apotheken den Service an. Mitgebracht werden müssen das gelbe Papier-Impfheft und der Personalausweis.

Weitere QR-Codes enthalten Infos zu den Impfstoffen

Im Impfzentrum des Landkreises in Korbach fragen derzeit viele Menschen nach, ob sie den digitalen Impfnachweis auch direkt auf die heruntergeladene App im Smartphone bekommen können? „Die Impfzentren werden zwar Schritt für Schritt vom Land Hessen in die Lage versetzt, digitale Impfnachweise zu generieren. Das technische Verfahren wurde vom Land jedoch noch nicht vollständig standardisiert zur Verfügung gestellt. Daher schließt sich der Landkreis aktuell der landesweit einheitlich vorgesehenen Lösung an, dass die digitalen Impfzertifikate den Impflingen nach der Impfung automatisch per Post übersandt werden“, teilt Ann-Katrin Heimbuchner, Pressereferentin des Landkreises, dazu mit. Ob für zukünftige Impfungen im Impfzentrum perspektivisch die Ausstellung des digitalen Zertifikats vor Ort erfolgen könne, werde von der zur Verfügung gestellten technischen Lösung abhängen.

„Alle, die im Impfzentrum des Landkreises oder über die mobilen Impfteams ihre Impfung bereits erhalten haben, werden laut Heimbuchner – wie vom Land angekündigt – demnächst per Post ein Schreiben erhalten, in dem ein persönlicher QR-Code abgebildet ist. „Hier wird um ein wenig Geduld gebeten.“

Die Pressereferentin stellt zudem noch klar, dass auf der Bescheinigung, die man bei der Impfung bekomme, ebenfalls ein QR-Code abgedruckt sei. „Dieser enthält aber nur die Information über den verwendeten Impfstoff und die Chargennummer. Er ist nicht zu verwechseln mit dem digitalen Impfzertifikat, was das Land per Post versendet.“

Der Landkreis macht noch darauf aufmerksam, dass der Impfnachweis auf dem Smartphone nur die digitale Ergänzung zum gelben Papier-Impfpass oder der vom Impfzentrum ausgestellten Bescheinigung sei. „Sowohl Pass, Bescheinigung, als auch der digitale Nachweis sind - wenn je nach Impfstoff alle notwendigen Impfungen erfolgt sind und die entsprechende Anzahl nachfolgender Tage vergangen ist - als gleichwertige Bestätigungen für einen vollständigen Impfschutz anzusehen“, so Ann-Katrin Heimbuchner.

„Das Handy habe ich eh immer dabei“

Michael Pape aus Korbach ist bereits vollständig geimpft. Der 36-Jährige besorgte sich daher seinen digitalen Impfnachweis in der Bären-Apotheke in Korbach.

Hat den Digital-Pass bereits: Michael Pape (36) aus Korbach.

„Nun werde ich die QR-Codes für meine beiden Impfungen in die dafür vorgesehene App eingeben. Mit dem digitalen Impfpass wird dann hoffentlich einiges leichter, mein gelbes Impfbuch muss ich nun auch nicht mehr ständig mit mir herumtragen“, sagt Michael Pape.

Was der Hausmeister von der Alten Landesschule in Korbach damit meint, wird im weiteren Gespräch deutlich. Gemeinsam mit seiner Familie wolle er demnächst an die Nordsee fahren, um „endlich mal wieder richtig Urlaub zu machen“. Je nachdem, was an der Küste alles so geplant sei, könne der digitale Impfnachweis hilfreich sein.

„Es heißt ja, dass zum Beispiel Besuche in Restaurants oder Freizeiteinrichtungen sowie die Anmeldung in den Ferienunterkünften viel unkomplizierter seien und der ganze Ablauf bei den Kontrollen schneller gehen würde. Ich hoffe mal, dass das auch so ist und ich wirklich nur noch mit dem Handy unterwegs sein muss, das ich ja ohnehin immer dabei habe“, sagt der 36-Jährige.

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