Größte Maßnahmen bis 2023 die Umgehungsstraße Dorfitter

26 Straßenbauprojekte für 22,7 Millionen Euro im Landkreis Waldeck-Frankenberg

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Straßen Waldeck-Frankenberg: Brückenbau bei Dorfitter.

Waldeck-Frankenberg – 26 geplante Projekte mit einem Finanzvolumen von 22,7 Millionen Euro: Das sind die Kernpunkte des Straßenbauprogramms 2020 für den Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Die Regionale Bevollmächtigte für Nordhessen bei Hessen Mobil, Christina Röntgen, stellte die Maßnahmen zusammen mit Volker Löwer, Dezernatsleiter Bau, und Martin Riehl, Fachbereichsleiter Bau, in Bad Arolsen genauer vor. 

Teure Brücken

Hessen Mobil beginnt oder setzt Projekte fort, die die Leistungsfähigkeit und Sicherheit von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen erhöhen sollen. Größtes Projekt ist und bleibt die Umgehungsstraße Dorfitter. 

Straßen Waldeck-Frankenberg: Umgehungsstraße Dorfitter führt über die Bahnlinie.

Mit 17,1 Millionen Euro verschlingt der Brückenbau für die Umgehung Dorfitter den größten Teil der Bundesmittel (28,3 Millionen). Derzeit werden die Kuhbachtalbrücke und die Überführung der Bahnstrecke gebaut. Bis Ende 2023 soll die Straße fertig sein.

Mehr Geld für Straßen

 Im vergangenen Jahr sind in Waldeck-Frankenberg insgesamt 18,1 Millionen für 29 Maßnahmen ausgegeben worden. In diesem Jahr wird mehr Geld für die Instandsetzung von Landesstraßen ausgegeben, wie Röntgen mitteilte. 

Die Projekte im Zuge von Landesstraßen in Waldeck-Frankenberg in diesem Jahr würden einen großen Anteil am Gesamtbudget des Landes Hessen ausmachen. Hier wirke sich die seit 2016 bis 2022 von der Landesregierung laufende „Sanierungsoffensive Hessen“ aus.

 Ausbau nach Ober-Werbe

Allein 5,3 Millionen Euro machen zudem die Projekte im Zuge des Ausbaus von Kreisstraßen aus. Die größte einzelne Maßnahme stellt der Ausbau der Kreisstraße 20 zwischen Ober- und Nieder-Werbe dar, für den 2,8 Millionen Euro bereitgestellt werden müssen. 

Straßenbau in Waldeck-Frankenberg: Waldeck West bis Waldeck.

Auf der Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Landkreis und Hessen Mobil übernehmen die Fachleute in der Straßenbauverwaltung des Landes Hessen die Planung und Betreuung der Baustellen. 

Naturschutz wichtig

Im Rahmen der Straßenbaumaßnahmen sind bei einigen Projekten Vollsperrungen allein aus Gründen der Arbeitssicherheit unverzichtbar. Auf Straßen mit einer Breite von gerade mal vier oder fünf Metern lässt sich der Fahrbetrieb allein durch halbseitige Sperrung und Einsatz von Ampeln dann nicht sicher bewerkstelligen. 

In die Planungen fließen laut Hessen Mobil auch die Belange des Natur- und speziell des Artenschutzes ein. Dieser müsse auch bei der Hangsicherung an der Ederseerandstraße berücksichtigt werden, die inzwischen abgeschlossen worden ist.

Radweg bei Twiste

Lang ersehnte Fahrbahnerneuerungen und der Abschluss von aufwändigen Ausbauplänen stehen 2020 an. Wegen Problemen bei der Grundstücksübereignung verzögerte sich die Fortsetzung des Radwegs entlang der B 252 nach Twiste. Für den Bau sind, einschließlich zweier Brücken, 828 000 Euro geplant. Gebaut wird zwischen Juni bis Dezember. 

Straßenbau in Waldeck-Frankenberg: Radweg an der L 3075 nach Welda.

Neben der Umgehung Dorffitter und dem Radweg nach Twiste sind Brückeninstandsetzungen im Zuge von Bundesstraßen geplant: Das Bauwerk zur Überführung der L 3076 bei Frankenberg kostet 180 000 Euro. Die Unterführung des Siechenbaches in Mandern und kurzes Teilstück der B 253 nach Ungedanken werden mit 736 000 Euro veranschlagt. 

Erneuerung in Volkmarsen

In sechs Abschnitten wird die L 3080 zwischen dem Bahnhof Volkmarsen und dem Abzweig nach Neu-Berich für rund 1,4 Millionen Euro zwischen Juni und November erneuert. Die Bahn lässt am Bahnübergang Arbeiten vornehmen. 

Von Mai bis November wird die kurvenreiche L 3083 zwischen Dehringhausen und Freienhagen für 2,6 Millionen Euro ausgebaut. Wegen der schmalen Fahrbahn wird eine Vollsperrung der 3,3 Kilometer langen Strecke aus Sicherheitsgründen nötig sein.

Gewährleistungspflicht

Schäden – im Rahmen der Gewährleistungspflicht – müssen Baufirmen auf der L 3076 in Sachsenberg und der L 3118 in Höringhausen für 109 000 und 47 000 Euro beheben. Weil die Straßen 2011 gebaut wurden, muss das Land aufgrund der Nutzungsdauer einen Teil selbst finanzieren.

 Der im vorigen August begonnene Ausbau der L 3087 zwischen Rosenthal und Roda ist mit Kosten von insgesamt 4,1 Millionen Euro für eine Länge von 3,9 Kilometern veranschlagt worden und soll im kommenden Juli abgeschlossen werden. Für die Bauarbeiten ist eine Vollsperrung erforderlich.

Radfahren auf Feldweg

 Für den Radweg im Zuge eines Feldwegs an der L 3075 zwischen Volkmarsen und Welda sind insgesamt 1,25 Millionen Euro veranschlagt worden. Mit dem Ausbau wurde im vergangenen August begonnen, im kommenden Juli soll Schluss sein. Die Gemeinschaftsmaßnahme erfolgt unter der Federführung der Teilnehmergemeinschaft „Im Mersch“. 

In der Ortsdurchfahrt der L 3296 in Bergfreiheit werden ab August die Baumaschinen rumoren. Dort wird für 362 000 Euro ein Teilstück der 6,30 Meter breiten Fahrbahn erneuert. In Deisfeld werden die Brücke über die Diemel und das Geländer im Zuge der L 3082 für 89 000 Euro erneuert. 

Bauarbeiten bei Waldeck

Projekt zwischen Waldeck und Waldeck West an der Ederseerandstraße: Für 710 000 Euro wird die Landesstraße 3086 auf einer Länge von 1,6 Kilometern ausgebaut. Mit Rücksicht auf den Fremdenverkehr wird die Straße von September bis November gesperrt. Die Bauarbeiten waren wegen der unvorhergesehenen Sperrung der Randstraße aufgeschoben worden. 

Im Spätherbst beginnen die Bauarbeiten zwischen Ederseerandstraße und Waldeck.

Zwischen Waldeck und Nieder-Werbe musste die L 3086 vollgesperrt werden. Grund waren Arbeiten zur Sicherung des Steilhangs am Edersee, die aber abgeschlossen sind. 246 000 Euro wurden dafür veranschlagt.

Schutz von Amphibien

 Der Naturschutz, speziell der Schutz bestimmter Tier- und Pflanzenarten, beeinflusst Planung und Bau von Straßen. Im Zuge des Amphibienschutzes am Diemelsee ist eine Studie in Auftrag gegeben worden, auf deren Basis die künftigen Leiteinrichtungen für die im Wasser und auf dem Lande lebenden Tiere, wie etwa Frösche, geplant werden sollen. 

An der L 3393 bei Bontkirchen-Kotthausen wird eine marode Anlage abgebaut, die den Tieren eher schadet. Veranschlagt wurden 20 000 Euro. 

Mit Flicken übersät

Insgesamt neun Kreisstraßen-Projekte hat Hessen Mobil für den Landkreis Waldeck-Frankenberg geplant. Mit Kosten von 2,1 Millionen Euro wird der Ausbau der mit Flicken übersäten K 34 zwischen Buhlen und Affoldern veranschlagt, der im September begann und im Mai beendet sein soll. 

Der Ausbau der Ortsdurchfahrt der K 96 in Haubern steht von Juli bis November an und wird mit 530 000 Euro kalkuliert. Die Orkebrücke im Zuge der K 49 muss in Münden für rund 300 000 Euro instandgesetzt werden. Das Bauwerk ist dann von Juli bis Oktober für den Verkehr vollgesperrt. 

Neue Fahrbahndecke

Auf 435 Metern wird die K 48 zwischen Neukirchen und Münden für 141 000 Euro voraussichtlich im Juni eine neue Fahrbahndecke bekommen. Die Straße muss dafür komplett gesperrt werden.

 Zwischen Armsfeld und Hundsdorf soll die Fahrbahndecke der K 43 auf einer Länge von etwa 1,7 Kilometern für 600 000 erneuert werden. Die Monate Juni und Juli wurden als Bauzeit eingeplant. 

Bauen im Verkehrskreisel

Die K 39 zwischen Hüddingen und Gellershausen soll im Juli und August für rund 420 000 Euro auf einer Länge von 1,6 Kilometern eine neue bituminöse Fahrbahnoberfläche bekommen. Dafür muss die Straße vollgesperrt werden.

 Ins Verkehrsgeschehen in Bad Wildungen greift der Landkreis im September und Oktober ein. An dem Kreisverkehrsplatz Itzel-, Bahnhof- und Schlachthofstraße muss die Fahrbahndecke auf insgesamt hundert Metern erneuert werden. Der Verkehr wird an der Baustelle durch eine Ampel geregelt. 

Sanierung bei Hörle

Auf der mit vier Metern recht schmalen Kreisstraße 3 soll zwischen Hörle und der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen bei Welda die Fahrbahndecke erneuert werden. Das soll im April und Mai geschehen. Für dieses Projekt hat Hessen Mobil Kosten von 420 000 Euro veranschlagt. Um die Sicherheit der Bauarbeiter und einen zügigen Verlauf zu gewährleisten, wird die Straße zwischen den beiden Ortschaften komplett gesperrt. 

Ausbau bei Nieder-Werbe

2,8 Millionen Euro veranschlagt Hessen Mobil für den Ausbau der Kreisstraße 20 zwischen Ober- und Nieder-Werbe. Es ist somit das teuerste Straßenbauvorhaben des Landkreises Waldeck-Frankenberg 2020. Die Fahrbahn ist mit 6,5 Metern jedoch so schmal, dass sie auf der Länge von zweieinhalb Kilometern komplett für den Verkehr gesperrt werden muss. Die Bauarbeiten sollen im Mai in Angriff genommen werden und bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

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