EWF und EGF machen Preissenkungen in 2015 noch nicht mit

Strompreise bleiben stabil

+
Viele Energieversorger senken Anfang 2015 ihre Strompreise, die Waldeck-Frankenberger Unternehmen EWF und EGF machen bei der Preisrunde noch nicht mit. Foto: Jens Wolf

Waldeck-Frankenberg - Nach 14 Jahren Preisanstieg senken die ersten Stromversorger Anfang 2015 erstmals wieder ihre Strompreise. Für Kunden von EWF und EGF ändert sich vorerst nichts: Die Preise sollen im nächsten Jahr stabil bleiben.

Seit 2002 haben sich die Kosten für die Kilowattstunde verdoppelt, doch fallende Großhandelspreise und die 2015 sinkende Ökostromumlage sollen endlich eine Entlastung für die Kunden bringen. Von den „Großen Vier“, den größten deutschen Stromversorgern, hat allerdings bislang nur EnBW eine Preissenkung zum Jahreswechsel angekündigt. Nach Angaben des Preisvergleichsportals Verivox wollen bundesweit 242 Unternehmen zum Jahresbeginn die Preise im Schnitt um 2,4 Prozent senken. Die Mehrzahl der Stromversorger wird die gesunkenen Einkaufskosten nicht an die Verbraucher weiter geben.

„Nicht viel Luft nach unten“

Auch beim heimischen Energieversorger Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) heißt es: „Wir halten die Preise stabil.“ Unternehmenssprecherin Heike Bayerköhler erklärt: „EWF gehört zu den günstigsten Anbietern in der Region, da ist nicht viel Luft nach unten.“ Das Unternehmen mit Sitz in Korbach hatte zuletzt im Januar dieses Jahres die Preise erhöht - im Tarif EWF-Vario-Strom von 24,32 Cent pro Kilowattstunde auf 25,49 Cent (2012: 20,98 Cent). Im Bundesschnitt liegt der Verbraucherstrompreis aktuell bei knapp über 29 Cent pro Kilowattstunde.

Zwar sind die Beschaffungspreise an der Strombörse in den vergangenen zwei Jahren deutlich von mehr als 50 auf nur noch 32 Euro (Spotpreis) gefallen, doch machen laut EWF Steuern, Abgaben und Umlagen mehr als die Hälfte der Stromkosten für die Verbraucher aus. Den größten Anteil daran hat die Förderung der Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) mit 22 Prozent, gefolgt von Umsatzsteuer (16 Prozent), Stromsteuer (sieben Prozent) und Konzessionsabgabe (fünf Prozent). Erzeugung, Transport und Vertrieb machen indes im Beispiel am Tarif EWF-Vario-Strom nur 48 Prozent der Stromkosten aus.

Auch bei der Energiegesellschaft Frankenberg (EGF) ist vorerst keine Preissenkung geplant: „Die Unterschiede im Einkauf sind für uns in 2014 und 2015 nicht so gravierend“, erklärt Geschäftsführer Karl-Heinz Schleiter. Der Preisvorteil für den einzelnen Haushalt wäre zu vernachlässigen. Die langfristigen Aussichten sind für die Verbraucher in der Region jedoch günstig: Sollten die Strompreise jedoch anhaltend günstig und staatliche Abgaben stabil bleiben, könnte laut Schleiter die nächste Preisrunde zum 1. Januar 2016 eine Preissenkung mit sich bringen.

So lange heißt es abwarten und Strom sparen. Heike Bayerköhler verweist in diesem Zusammenhang auf den in dieser Woche veröffentlichten Stromspiegel des Bundesumweltministeriums: Unter www. die-stromsparinitiative.de können Privathaushalte ihren Stromverbrauch vergleichen und das eigene Sparpotenzial bestimmen.

Von Lutz Benseler

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare