"Zwei Prozent der Landesfläche reichen nicht aus"

Stromversorger fordern mehr Platz für Windräder

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Waldeck-Frankenberg. Kommunale Energieversorger in Hessen fordern die Landesregierung auf, mehr Flächen für Windkraft auszuweisen.

Die vorgesehenen zwei Prozent der Landesfläche reichten demnach nicht aus, um das Ziel für die Energiewende zu erreichen. Bis 2050 soll Strom zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien erzeugt werden.

„Viele der vorgesehenen Flächen sind faktisch nicht bebaubar“, erklärt Stefan Kieweg. Er ist Prokurist bei der VEW (Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien), die von der EWF betriebsgeführt ist. Naturschutz, Flugsicherung, zu wenig Wind – verschiedene Gründe sprechen oft gegen Windräder. „Ohne den Ausbau der Windvorrangflächen sind die Klimaschutzziele nicht einzuhalten.“ Das sieht auch Ralf Hecker vom Regionalverband „WindEnergie“ so. Der Freienhagener schätzt, dass längst nicht alle Flächen bebaut werden können. Viele Projekte würden nicht genehmigt, gegen einige wird geklagt.

Im Teilregionalplan Energie sind für Waldeck-Frankenberg 41 Quadratkilometer als Vorrangflächen für Windkraft vorgesehen. Das sind 2,2 Prozent der Gesamtfläche. Insgesamt stehen circa 150 Windräder in Gebieten von zwölf Städten und Gemeinden von Diemelstadt bis Gemünden/Wohra. Aus Windkraft sind im Jahr 2016 insgesamt 288 Gigawattstunden Energie erzeugt worden. Das sind 55 Prozent der aus Erneuerbaren Quellen erzeugten Energie. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Hessischen Wirtschaftsministeriums hervor.

„Waldeck-Frankenberg hat bereits über Gebühr seinen Anteil gebracht“, sagt Heinz-Günther Schneider, Vorsitzender des NABU Waldeck-Frankenberg im Hinblick auf den großen Anteil an Windrädern im Vergleich zu anderen hessischen Landkreisen. „Das Ende der Fahnenstange ist erreicht.“ Mehr als 2 Prozent sei den Menschen hier nicht zuzumuten. 

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