Warnungen vor Orkanböen

Heftiger Sturm in der Region: Zahlreiche Schäden - Es kommt zu Einschränkungen im Bahnverkehr 

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Auch auf einem achtgeschossigen Haus war die Feuerwehr wegen des Sturms im Einsatz.

Dächer beschädigt, Bäume umgestürzt, Äste auf der Autobahn: In der Region kam es zu zahlreichen Schäden, Sperrungen und Feuerwehreinsätzen. Ein Überblick. 

Am Samstagabend richtete der starke Wind in der ganzen Region einige Schäden an. Allein in Stadt und Landkreis Kassel hatte die Feuerwehr 27 Einsätze - überwiegend sind sie laut Informationen der Feuerwehr durch den starken Wind und das Gewitter ausgelöst worden. Auch am Sonntag gibt es wieder Unwetterwarnungen in der Region.

Sturm in Kassel

Der Sturm beschädigte einige Dächer: Beispielsweise in der Sophienstraße und im Grenzweg mussten lose Teile von Dächern von der Feuerwehr beseitigt werden. Auch auf einem achtgeschossigen Haus waren die Kräfte im Einsatz - hier mithilfe von eigenen Sicherungsmaßnahmen, wie es in der Pressemitteilung der Feuerwehr heißt. 

Umgestürzte Bäume und Äste waren Probleme auf der Autobahn 7 sowie auf der Rasenallee. Sie mussten von der Feuerwehr weggeräumt werden. Es kam zudem zu zwei Verkehrsunfällen: Auf der A49 bei der Abfahrt Niederzwehren wurde bei einem Auffahrunfall zwischen drei Fahrzeugen ein Beteiligter leicht verletzt, auch bei einem Unfall am Auestadion wurde eine Person verletzt. Ob diese Unfälle im Zusammenhang mit dem Sturm standen, ist allerdings unklar.

Im Stadtgebiet Kassel waren es innerhalb von zwei Stunden insgesamt zehn Feuerwehreinsätze. Im südlichen Landkreis Kassel kam die Feuerwehr sogar auf 17 Einsätze. Auch hier wurden die meisten Einsätze von Wind und Wetter ausgelöst. 

Sturm legte Straßenbahnen in Kassel lahm

Bereits am Mittag wurde durch den starken Wind ein Transparent auf die Oberleitung der Straßenbahn im Eingangsbereich der Königsstraße geweht. Kurzzeitig standen daher die Straßenbahnen auf mehreren Strecken rund um die Kreuzung am Rathaus still.

Hofgeismar: Bäume entwurzelt

Drei Bäume wurden am Samstagnachmittag im Raum Hofgeismar entwurzelt, wobei zwei auf der Landstraße zwischen Sababurg und Friedwald auf der Fahrbahn lagen und ein weiterer auf der zwischen Gottsbüren und Gieselwerder. Da die Mitarbeiter der Straßenmeisterei schnell vor Ort waren, kam es zu keinen großen Verkehrsbehinderungen. Menschen kamen zudem nicht zu Schaden. 

Wolfhagen: Toilettenhäuschen umgekippt, Kreisstraße gesperrt

Die Kreisstraße 88 zwischen Breuna und Gut Escheberg traf der Sturm besonders heftig: Aufgrund umgestürzter Bäume ist sie voraussichtlich bis Montag gesperrt. Im Neubaugebiet wurden zudem Schilder, Toilettenhäuschen und Mülltonnen umgekippt. 

Frankenberg: Stromausfall und umgestürzte Bäume

In Frankenberg sind etliche Bäume umgestürzt. In der Auestraße fielen zudem mehrere Bauzäune einer Baustelle um und große Werbebanner für das Frankenberger Stadtjubiläum wurden weggeweht. 

Um 18.15 Uhr fiel in Viermünden der Strom aus. Aufgrund des anhaltenden Sturms konnte der Ausfall nicht sofort behoben werden. Hier gibt es weitere Informationen zum Sturm in Frankenberg.

Rotenburg: Bäume auf drei Straßen, zahlreiche Fußballspielausfälle

Einsatz auf der A7 zwischen Bad Hersfeld und Kirchheim: Ein Baum ist auf die Straße gefallen. 

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg hat der Sturm bis zum Sonntagmittag nach ersten Erkenntnissen keine Schäden angerichtet. In Rotenburg musste die Feuerwehr zu drei kleineren Einsätzen ausrücken. Dort waren durch den Sturm Bäume auf drei Straßen gefallen: die Kasseler Straße, die Straße am Unteren Höberück und die Heinz-Meise-Straße. Und in Heringen fiel am Sonntag um kurz vor 11 Uhr ein Baum auf die Straße am Vachaer Berg. 

Am Sonntagnachmittag ist gegen 14.40 Uhr auf der A7 zwischen Bad Hersfeld West und dem Kirchheimer Dreieck in Fahrtrichtung Süden eine Tanne auf die Straße gefallen. Mit einer Motorsäge wurde der Baum in kleine Teile zerlegt und im Flutgraben gelagert. Während der Sägearbeiten musste die A7 in Fahrtrichtung Süden von der Feuerwehr voll gesperrt werden. Es entstand zeitweise ein Stau von einem Kilometer. 

Zahlreiche Fußballspiele finden wegen des Sturms heute nicht statt. Hier haben wir aufgelistet, um welche es sich handelt.

Werra-Meißner-Kreis: Auto fuhr gegen umgestürzten Baum

So wie bei Sturmtief "Friederike" vor einem Jahr fielen auch diesmal Bäume auf die Straße.

Am Samstagabend rückten Polizei und Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen im gesamten Werra-Meißner-Kreis aus, um die Folgen des Sturmtief „Cornelius“ zu beseitigen. Nach Angaben eines Sprechers der Polizeidirektion Werra-Meißner in Eschwege mussten umgestürzte Bäume von Straßen geräumt werden. Zwischen den Meinharder Ortsteilen Neuerode und Grebendorf fuhr ein Auto gegen einen umgestürzten Baum. Sachschaden: 4000 Euro.

Uslar: Hindernis auf Bundesstraße

Im Uslarer Land stürzte an Samstagnachmittag gegen 16 Uhr infolge des Sturms ein Baum auf die Bundesstraße 497 zwischen Schönhagen und Neuhaus. Im Einsatz war deshalb die Straßenmeisterei Uslar, die innerhalb einer guten halbe Stunde dafür sorgte, dass der Baum beseitigt wurde. Der Verkehr konnte halbseitig an der Gefahrenstelle vorbeigeleitet werden.

Waldeck-Frankenberg: Autofahrer fuhr gegen gerade umstürzenden Baum

Auf der B 251 zwischen Freienhagen und Bühle sah ein 31-Jähriger Bad Wildunger, wie ein Baum auf die Straße kippte, konnte sein Auto aber nicht mehr bremsen und fuhr dagegen. Verletzt wurde niemand.

In Bad Arolsen wurde ein Pkw-Anhänger umgedrückt und stürzte auf einen Pkw. Hier gibt es weitere Informationen über den Sturm in Waldeck-Frankenberg.

Hann. Münden: Bäume auf der Fahrbahn

In Hann. Münden musste die Feuerwehr umgestürzte Bäume beseitigen.

Die Hann. Mündener Feuerwehr hatte am Samstsagabend einen Einsatz im Bereich Kohlenstraße / Blankenweg (Waldgebiet Steinberg). Hier waren aufgrund des Unwetters mehrere Bäume umgestürzt, die die Straßen versperrten. Die Kohlenstraße musste gesperrt werden. Aufgrund der unklaren Wetterlage bleibt die Sperrung heute weiterhin bestehen. Ebenso wurde die Blankenweg gesperrt. Hier konnte zwar ein umgestürzter Baum weggeräumt werden, allerdings hatten mehrere weitere Bäume Schieflage und drohten umzustürzen. 

Auch die Freiwilligen Feuerwehren Jühnde und Löwenhagen machten am Samstag gegen 18 Uhr Straßen wieder frei: Zwischen Jühnde und Dramfeld war ein Baum auf die L564 gestürzt. In Löwenhagen war ein starker Ast abgebrochen und auf die Kohlenbergstraße gefallen. Hinter der Spießmühle waren ein großer und mehrere kleine Bäume auf die Niemetalstraße gestürzt, berichtet Feuerwehrsprecher Matthias Freter.

Landkreis Northeim: Gesperrte Straße

Aufgrund von Sturmböen stürzten auf der Kreisstraße 409 im Mandelbecker Forst mehrere Bäume um und blockierten die Straße. Die Kreisstraße 409 musste ab Samstag um 18.30 Uhr bis auf Weiteres zwischen den Ortsteilen Lagershausen und Elvershausen gesperrt werden. 

Schwalm-Eder: Unfall wegen eines entwurzelten Baumes

In Willingshausen ist eine Frau mit ihrem Wagen gegen einen entwurzelten Baum geprallt. Der Unfall ereignete sich am Samstag gegen 20.30 Uhr auf der Landstraße zwischen Alsfeld und Willingshausen. Nach Angaben der Polizei war eine 29-Jährige aus Marxzell mit ihrem Auto von Alsfeld in Richtung Willingshausen unterwegs. In einer Linkskurve lag ein Baum, der vom Wind entwurzelt war, auf der Fahrbahn. Als die 29-Jährige bremste, kam das Fahrzeug ins Schleudern und stieß gegen den Baum. Dabei erlitt sie leichte Verletzungen. Es entstand ein Schaden von 3000 Euro. 

Sonntagnachmittag sind Feuerwehren aus Neukirchen, Willingshausen, Ottrau und Gilserberg aufgrund von mehrerer umgestürzter Bäume ausgerückt. 

Unwetterwarnung Hessen: Orkanböen sind möglich

Für den Norden Hessens spricht der Deutsche Wetterdienst (DWD) Warnungen vor Sturmböen, schweren Sturmböen sowie für Orkanböen, insbesondere bei Lagen über 600 Metern, aus: Zwischen 14 und 20 Uhr könne mit einzelnen Böen bis zu 120 km/h gerechnet werden. Sie würden etwa drei Stunden andauern, bevor die Sturmstärke abschwächt, so der DWD. Betroffen ist ganz Nordhessen von Waldeck-Frankenberg über Hersfeld-Rotenburg, den Schwalm-Eder-Kreis, den Werra-Meißner-Kreis sowie Stadt und Kreis Kassel.

Unwetterwarnung Niedersachsen: Vor allem für den Süden

Auch der Süden Niedersachsens ist von dem Sturm betroffen. In Göttingen, Northeim und Hann. Münden sind ebenfalls Orkanböen um die 120 km/h möglich.

In den kommenden Tagen wird nicht nur starker Wind, sondern auch Regen, Schnee und Gewitter in der Region erwartet.

Zugausfälle der Deutschen Bahn 

Der Zugverkehr der Deutschen Bahn (DB) wird aufgrund des Sturmtiefs Eberhard in Nordrhein-Westfalen vorübergehend eingestellt. Mehrere Strecken sind gesperrt. Das schreibt DB auf ihrer Homepage. Mit dem Fernverkehr gibt es daher derzeit keine Reisemöglichkeiten von Nordrhein-Westfalen in Richtung Hamburg, Hannover, Kassel-Wilhelmshöhe und Frankfurt. 

Zu Einschränkungen im Zugverkehr kommt es auch auf der Strecke Frankfurt Hbf-Gießen-Marburg-Stadtallendorf-Treysa-Kassel Hbf (RE 30). Denn zwischen Butzbach und Gießen befindet sich ein Baum in der Oberleitung. Laut Informationen der Deutschen Bahn fahren Züge aus Richtung Friedberg(Hess) bis Butzbach und wenden dort, die Züge aus Richtung Marburg(Lahn) und Dillenburg enden in Gießen und wenden dort. Auf der Homepage heißt es, die Bahn arbeitet an einem Schienenersatzverkehr. 

Das Problem betrifft auch die Strecke und Frankfurt(Main)Süd - Gießen - Marburg - Stadtallendorf - Treysa (RB 41). Die Züge aus Richtung Friedberg(Hess) fahren laut Informationen der Deutschen Bahn bis Butzbach und wenden dort, die Züge aus Richtung Marburg(Lahn) und Dillenburg enden in Gießen und wenden dort.

In einer Pressemitteilung schreibt DB von zahlreichen Fernzügen, die in Bahnhöfen in Hessen zurückgehalten werden. Sie empfiehlt Reisenden zu prüfen, ob sie ihre heutigen Reisepläne noch verschieben können. Tickets können kostenfrei storniert werden, ansonsten behalten sie ihre Gültigkeit bis eine Woche nach dem ursprünglichen Reisedatum.  

(mit TVnews-Hessen) 

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