Waldeck-Frankenberg

Sturm „Xynthia“ tobt durch den Landkreis

+

- Waldeck-Frankenberg (da/lb). Sturmtief „Xynthia“ ist mit Orkanböen und Dauerregen auch über Waldeck-Frankenberg hinweggefegt. Pausenlos waren Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Straßenmeistereien im Einsatz.

Vielerorts war ein Einsatz der Helfer zu gefährlich. Feuerwehrleute sperrten mehrere Straßen, unter anderem die Bundesstraße 251 zwischen Meineringhausen und Sachsenhausen. Dort hatte es einen Sachschaden gegeben. Die Strecke von Bad Arolsen in Richtung Twistesee/Landau in Höhe der „Finnnenbahn“ wurde am Abend komplett gesperrt. Relativ glimpflich davon gekommen ist die Kreisstadt Korbach. Dort war lediglich die Straße zwischen Eppe und Hillershausen über mehrere Stunden wegen umgefallener Bäume gesperrt. Infolge des Sturms ereignete sich in Herbelhausen ein schweres Unglück: Der starke Wind drückte nach Polizeiangaben ein Eisentor auf, das gegen den Hinterkopf eines Mannes schlug. Notarzt und Rettungswagen brachten den Schwerverletzten ins Krankenhaus nach Marburg. Nähere Hintergründe waren gestern Abend noch nicht bekannt. Am Schlimmsten betroffen vom Sturm war laut Polizei die Stadt Rosenthal: Der Ort war zeitweise nur über Langendorf erreichbar. Wo es möglich war, räumten Feuerwehrleute die Straßen frei. Doch vielerorts war ein Einsatz der Helfer zu gefährlich. Feuerwehrleute aus Ederbringhausen waren in der „Hessensteinkurve“ im Einsatz, nachdem ein Baum auf die Bundesstraße 252 gestürzt war. Zwischen Roda und Ernsthausen waren die Insassen eines Autos von umgestürzten Bäumen eingeschlossen. Feuerwehrleute schnitten den Weg frei, sperrten aber nach dieser Rettungsaktion die Kreisstraße. Nicht mehr befahrbar war auch die Bundesstraße 236 zwischen Allendorf und Bromskirchen. In Schreufa stürzte ein Baum auf ein Hausdach. Die Schadenshöhe ist noch unbekannt, verletzt wurde niemand. Mehrere Bäume stürzten im Bad Wildunger Stadtgebiet auf geparkte Autos. Verletzte hat es dabei nach ersten Informationen vermutlich nicht gegeben. Mehrere hundert Haushalte im EWF-Versorgungsgebiet waren darüber hinaus von Stromausfällen betroffen. Für 30 Minuten mussten am Sonntagnachmittag Korbach und Berndorf ohne Elektrizität auskommen, teilte die Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) mit. In Fürstenberg und Rhadern fiel zur gleichen Zeit der Strom für etwa eine Stunde aus, in Dalwigksthal über eine Stunde lang. In Basdorf wehte eine Siloplane in eine Ein-Kilovolt-Leitung. Auch dort fiel der Strom aus. Durch Umschaltarbeiten hätten aber viele der betroffenen Haushalte schnell wieder mit Elektrizität versorgt werden können, so EWF-Sprecherin Heike Bayerköhler: „Unser Bereitschaftsdienst ist im Einsatz.“ Allerdings seien viele Bäume in die Leitungen geknickt und bestimmte Leitungsabschnitte nicht erreichbar, weil die Zufahrten nicht zu passieren seien. „Wir hoffen, dass es keine weiteren größeren Schäden gibt“, so Bayerköhler gestern Abend. Von Stromausfällen betroffen waren auch mehrere Orte im Oberen Edertal.Stress bedeutete das schwere Unwetter aber nicht nur für die freiwilligen Helfer von THW und Feuerwehr, die ihre Gesundheit riskierten: Die Disponenten der zentralen Rettungsleitstelle in Korbach musste unzählige Notrufe entgegennehmen und die Wehren zu Einsätzen alarmieren. Deshalb wurde zeitweise zusätzlich die alte Leitstelle im Frankenberger Katastrophenschutzzentrum besetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare