Polizei, Feuerwehren, Straßenwärter und EWF-Mitarbeiter im Dauereinsatz

Sturmtief „Niklas“ hält Rettungskräfte auf Trab

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Eine 15-Meter-Tanne kippte von einem Privatgrundstück in eine Kastanie der Bad Arolser Fürstenallee. Foto: Barbara Liese

Waldeck-Frankenberg - Auch das zweite Sturmtief, das am Dienstag über den Landkreis hinwegfegte, hat keine größeren Schäden angerichtet.

Allerdings bescherte „Niklas“ Polizei, Feuerwehren, Straßenmeistereien und der Energie Waldeck-Frankenberg am zweiten Tag in Folge unruhige Stunden. Menschen wurden glücklicherweise nicht verletzt.

Im Tagesverlauf stürzten etliche Bäume um, so dass Straßen zeitweise gesperrt werden mussten. Auch die Stromversorgung war in einigen Gebieten kurzzeitig beeinträchtigt.

Einsätze für Wildunger Wehr

In Bad Wildungen musste die Feuerwehr am frühen Nachmittag mit der Drehleiter ausrücken, da am C&A-Gebäude in der Brunnenstraße Gefahr im Verzug war. Ein Passant hatte die Polizei informiert, dass an der Fassade ein Blech herabhing. Feuerwehrmänner wurden mit der Leiter nach oben gefahren und demontierten zwei größere Dachabschlüsse. Weitere Teile befestigten sie vorsorglich mit Spanngurten. Die Abfahrt in Richtung Breiter Hagen blieb während des Einsatzes für etwa eine Stunde gesperrt.

Außerdem waren die Wildunger am gleichen Tag noch zwei Mal gefordert - allerdings nicht durch den Sturm. In der Mittagszeit galt es im Königsquellenweg einen abgerutschten Lkw unter Einsatz der hydraulischen Zugeinrichtung des Rüstwagens zu bergen. Und kurz nach 16 Uhr löste eine automatische Brandmeldeanlage einer Klinik in Reinhardshausen einen Alarm aus.

In Vöhl stürzte am Nachmittag eine Fichte auf ein Wohnhaus in der Arolser Straße. Der Baum beschädigte dabei nur leicht die Dachrinne, Menschen wurden nicht verletzt. Einsatzkräfte der Feuerwehr und Mitarbeiter des Bauhofes der Gemeinde beseitigten die Fichte mit Motorsägen und einem Frontlader. Feuerwehrleute regelten während des Einsatzes den Verkehr auf der Arolser Straße.

Viele Orte ohne Strom

Mitarbeiter des EWF waren am Dienstag im Dauereinsatz, weil Bäume auf Stromleitungen gestürzt waren. Dabei gestalteten sich die Arbeiten vor allem in der Gemeinde Diemelsee schwierig, wo „Niklas“ besonders zuschlug. „Zeitweise blies der Wind so stark, dass Arbeiten an den Freileitungen in einer Höhe von rund zwölf Metern einfach nicht möglich waren“, sagte Geschäftsführer Stefan Schaller.

Im Laufe des Vormittags nutzten die Mitarbeiter des Entstörungsdienstes kurze Sturmpausen, um die Schäden zu beseitigen. So waren Wirmighausen und Teile Adorfs, wo die Störung gegen 8.45 Uhr auftrat, um 10.30 Uhr wieder mit Strom versorgt. Helmscheid, Vasbeck und andere Teile von Adorf hingen um 10.50 Uhr wieder am Netz, von dem sie knapp eine Stunde abgeschnitten waren.

Weitere Störungen gab es in den Gemeinden Waldeck, Edertal und Lichtenfels, die am Mittag schnell behoben wurden. Betroffen waren die Leitungen im Raum Waldeck, Buhlen im Edertal, die Region rund um die Sperrmauer am Edersee, die Lichtenfelser Ortsteile Fürstenberg, Rhadern, Münden, Neukirchen und Sachsenberg.

Gleichzeitig auftretende Sturmschäden zwischen Twiste und Mengeringhausen ließen sich zunächst nicht beseitigen, da zu viele Bäume umgestürzt waren. Peter Fischer, Leiter der EWF-Netzleitstelle, gab aber trotzdem Entwarnung: „Umschaltarbeiten im mehrstufig im Ringsystem aufgebauten Stromnetz ermöglichen es, alle dortigen Stromkunden zu beliefern“.

Auch Polizei und Feuerwehren hatten ab 8.45 Uhr im Landkreis alle Hände voll. Umgestürzte Bäume legten den Verkehr zeitweise lahm. Zahlreiche Fahrbahnen im Frankenberger Land mussten freigeräumt werden und die Straße zwischen Frankenberg und Rosenthal war ab 9.30 Uhr komplett gesperrt.

Baum fällt auf Pkw

Im Waldecker Land waren ebenfalls auf vielen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen Aufräumarbeiten angesagt. Außerdem rückten Helfer aus, um bei Mengeringhausen einen Baum von der Bahnstrecke wegzuräumen. Dieser hatte einen Zug an der Weiterfahrt gehindert

In Helsen entwurzelte der Sturm auf einem Privatgrundstück einen Baum, der auf ein Auto fiel. Nicht zuletzt sorgte „Niklas“ am Bahnübergang in Bad Arolsen für Irritationen: Die Schranken waren fälschlicher Weise geschlossen und die Signalanlage zeigte Dauerrotlicht.

Seinen dritten Sturmeinsatz hatte der Bad Arolser Wehrführer Gordon Kahlhöfer, als er gestern am späten Nachmittag gerufen wurde. Auf einem Privatgrundstück in der Fürstenallee hatte der Sturm eine etwa 15 Meter hohe Tanne entwurzelt, die - nur gehalten von einer der Alleekastanien - auf die Straße zu stürzen drohte. Der starke Wind machte eine sofortige Fällung unmöglich. Mitarbeiter des Bauhofes richteten deshalb zunächst ab dem Rosenweg eine Sperrung ein. Ob auch die Kastanie gefällt werden muss, konnten die Einsatzkräfte noch nicht absehen. Die Sperrung bleibt bis zur Fällung der Bäume durch Fachleute bestehen.(bs, rü, lb, bl)

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