Korbach/Kassel

Suche nach blauem Fiesta und der Tatwaffe

- Korbach/Kassel (jk). Nach der Schießerei auf der A 49 bei Kassel ermittelt die Polizei in Kassel und Korbach fieberhaft weiter. Die Opfer sind außer Gefahr, doch ihre Aussagen bleiben bislang dürftig. Parallel ermittelt die Polizei nach einem dunkelblauen Ford Fiesta mit Korbacher Kennzeichen. Appell: Hinweise schnellstens an die Polizei.

Gegen 5 Uhr morgens hatten noch unbekannte Täter auf der Autobahn 49 aus dem blauen Fiesta heraus auf die Opfer geschossen. Die saßen in einem Mercedes und bogen gerade an der Abfahrt Kassel-Auestadion ab. Offenbar eröffneten die Täter das Feuer, als der Mercedes abgebremst in die Kurve am Ende der Ausfahrt steuerte, erklärte der Kasseler Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch heute gegenüber WLZ-FZ.

Nach den bisherigen Ermittlungen ging ein Streit in der Korbacher Diskothek „Plasa“ voraus. Die Täter verfolgten dann im blauen Fiesta den Mercedes Richtung Kassel. Im Mercedes saßen vier Personen aus Kassel, allesamt ausländischer Herkunft. Der Fahrer wurde bei der Schießerei an der Schulter erwischt, ein Mitfahrer auf dem Rücksitz an der Hüfte getroffen. Trotz der Verletzung lenkte der Fahrer den Mercedes noch selbst bis zum Elisabeth-Krankenhaus, bestätigt Jungnitsch: „Die Polizei wurde erst vom Krankenhauspersonal informiert.“

Den Opfern wurden die Kugeln herausoperiert, und sie sind nicht in Lebensgefahr. Bei der Befragung räumten sie laut Polizei ein, dass sie in Korbach waren, dass es einen Streit in der Disko gab – ebenso, dass sie unterwegs die Verfolgung bemerkten. Nähere Angaben machten die Opfer bislang aber nicht: Täterbeschreibung, wie viele Personen im blauen Fiesta – all das bleibt bislang offen.

Ein Ermittlungsansatz richtet sich deshalb auf den blauen Ford Fiesta neueren Baujahrs (2007 bis 2009). Insgesamt gibt es nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts rund 800 blaue Fiestas, die im Landkreis Waldeck-Frankenberg mit Kennzeichen „KB“ zugelassen sind, erläutert Jungnitsch. Davon entsprächen 100 bis 200 dem gesuchten Baujahr.

Doch letztlich ist nicht zu 100 Prozent klar, ob der blaue Ford auch tatsächlich Kennzeichen „KB“ hat. Denn nach ersten Zeugenaussagen war Sonntagfrüh zunächst vom Kasseler Kennzeichen „KS“ die Rede. So hat die Polizei vom Kraftfahrtbundesamt ebenso eine Liste entsprechender Autos mit Kasseler Zulassung angefordert – ebefalls rund 800 Fahrzeuge. „Das ist eine sehr aufwendige Suche“, betont Jungnitsch. Zumal ein blauer Fiesta allein noch kein Beweis ist.

So hofft die Polizei in Kassel und Korbach, dass sie mit weiteren Ermittlungsansätzen schneller vorankommt. Dazu gehören neben Zeugenvernehmungen etwa die Spuren der Schießerei. Dabei stellte die Polizei auf der Autobahn drei Patronenhülsen sicher. Insgesamt sind nach aktuellen Erkenntnissen vier Schüsse gefallen.

Ein sichergestelltes Projektil stammt offenbar aus der Schulter des Fahrers. „Dann ist eine wichtige Frage, ob die dazugehörige Waffe schon mal bei einer Straftat aufgefallen ist“, erklärt Jungnitsch. Denn der Lauf einer Pistole hinterlässt seine individuellen Spuren auf einem Projektil.

Parallel appelliert die Polizei, mögliche Hinweise zu der Schießerei an die Ermittler weiterzugeben. Möglich seien auch Aussagen unter Identitätsschutz. Telefon: 0561/910-0 (Polizei Kassel).

Mehr in unserer Zeitungsausgabe vom 18. August.

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