Symposion zu 75 Jahre Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck

- Bad Arolsen (ah). Eine selbstkritische Betrachtung von Historikern und Theologen steht am Beginn der Gedenkveranstaltung zu 75 Jahren Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck.

„Man hätte nach 75 Jahren eine große Geburtstagsfeier erwarten können, aber nicht bei diesem Thema“, sagte der Vizepräsident des Landeskirchenamts in Kassel, Dr. Volker Knöppel, zur Eröffnung des theologisch-historischen Symposions vor rund 100 Besuchern im Christian-Daniel-Rauch-Museum Bad Arolsen. Der Zwangszusammenschluss der beiden vormals eigenständigen Kirchen dürfe nicht verschwiegen werden, vielmehr gebe es nach wie vor Klärungsbedarf. „Wenig Anlass zum Jubeln“, erklärte Prof. Dr. Volker Leppin (Jena) bei der Eröffnung des Symposions angesichts der Umstände der „Zwangsehe“. Er zeichnete die verschiedenen, konkurrierenden Strömungen und Überlegungen nach, die bereits vor dem Regime der Nationalsozialisten über eine Neuordnung der Kirchen angestellt worden sind. Nach 1933 gab es nicht nur die der Hitler-Diktatur nahestehenden Deutschen Christen, sondern auch konträre Strömungen. So erhoben sich aus der theologischen Fakultät in Marburg Proteststürme gegen eine Anwendung des sogenannten Arierparagrafen auch auf die kirchlichen Einrichtungen, der die Entfernung der Juden aus allen Positionen forderte. Die Marburger betrachteten diese Forderung geradezu als Häresie, als Leugnung und Abkehr von der biblisch ausgewiesenen Verbundenheit von Juden und Christen. Mehr lesen Sie in der Wochenendausgabe von WLZ und FZ am 27. Juni 2009.

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