Einrichtungen im Landkreis sind stark ausgelastet

Tafeln in Waldeck-Frankenberg helfen mehr als 2000 Menschen

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Verteilen, was noch gut ist: Juliane Gärtner (links) und Gisela Goronzy sind seit Jahren regelmäßig als freiwillige Helfer bei der Tafel aktiv.

Waldeck-Frankenberg – Viele Menschen in Waldeck-Frankenberg haben zu wenig Geld zum Leben. Das zeigen die aktuellen Zahlen der Kunden der Tafeln im Landkreis. Rund 2430 Menschen nehmen die Unterstützung der vier Einrichtungen in Anspruch und beziehen dort regelmäßig sehr günstig Lebensmittel. Hinzu kommen Menschen auf Wartelisten.

Die Zahl der Kunden habe sich in Bad Wildungen seit dem Zustrom von Flüchtlingen vor drei Jahren erheblich gesteigert, sagt Jürgen Hellwig, einer der Leiter der dortigen Tafel, einer Einrichtung des Vereins „Wir für uns Bürgerhilfe“. Vor einigen Jahren waren es noch 400 Menschen, die regelmäßig einen Warenkorb abholten, jetzt seien es circa 720.

Eine ähnliche Entwicklung hat es laut Oliver Breysach in Korbach gegeben. Ebenso in Nordwaldeck, bestätigt der Pfarrer Uwe Hoos-Vermeil. Die Bad Arolser Tafel ist unter kirchlicher Trägerschaft organisiert. Die Warteliste sei jüngst sehr lang gewesen, doch jetzt habe man „den Ansturm von Kunden besser im Griff“. 205 Erwachsene und 143 Kinder seien hätten derzeit einen Berechtigungsschein, um Lebensmittel abholen zu dürfen – gegen einen symbolischen Preis von einem Euro pro Einkauf. Etwa die Hälfte der Kunden hätten ausländische Wurzeln. Sprachliche Hürden würden weitestgehend bewältigt. So arbeite etwa eine Syrerin ehrenamtlich mit, die übrigens selbst Kundin sei, und sie helfe beim Übersetzen.

Sprachprobleme könnten meist gelöst werden, sagt die Dekanin Petra Hegmann, die Vorsitzende des Vereins Tafel Frankenberg ist. Vereinzelt erlebten die Helfer im Verkauf schlechtes Benehmen der Kunden. Das Positive überwiege aber: „Insgesamt erleben wir große Dankbarkeit.“ 

Hintergrund: 

Die Tafeln verteilen zwar im Wesentlichen Sachspenden an Bedürftige. Zahlreiche Ehrenamtliche engagieren sich meist mehrere Stunden in der Woche. Sie sammeln überschüssige Nahrung und solche, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald erreicht ist, von Händlern und Betrieben ein und verteilen sie an Bedürftige. Die Tafeln bemühen sich um einen Ausgleich. Sie sammeln solche Lebensmittel in qualitativ einwandfreiem Zustand ein und geben diese an arme Menschen weiter. Dazu zählen aus der Sicht der Tafeln Menschen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II und XII (Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe) oder dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. Auch Menschen mit niedrigem Einkommen oder Rentner können unter bestimmten Voraussetzungen Berechtigungen bekommen. 

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