Waldeck-Frankenberg

Talsperre soll am Sonntag überlaufen

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- Edertal (höh). Dauerregen lässt erneut die Flüsse ansteigen, eine neue Hochwasserwelle schwappt in den Edersee. Die Talsperre könnte am Sonntag überlaufen, schätzt das Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden.

Bei einem Wasserstand von 4,53 unter Vollstau sah es am Donnerstag an der Talsperre allerdings nicht nach einer neuen Flut aus. „Das täuscht“, versichert Katrin Urbitsch vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Hann. Münden. „Zwei Tage starker Regen reichen, dann ist die Talsperre voll.“ Knapp 153 Millionen Kubikmeter Wasser waren am Donnerstag im Edersee. Bei einem Fassungsvermögen von 202 Millionen Kubikmetern bleibt rund ein Viertel als noch nicht ausgeschöpftes Reservoir für Niederschlags- und Schmelzwasser.

Dauerregen und Schneeschmelze sorgten für hohen Zufluss in die Edertalsperre. An die Städte und Gemeinden wurden Hochwasserwarnungen herausgegeben. Die Warnung bezieht sich auch auf ergiebige Niederschläge, bis zu 40 Millimeter pro Quadratmeter, die für das Einzugsgebiet der übrigen Flüsse im Regierungsbezirk vorhergesagt wurden. „Die Niederschläge werden zu einem schnellen Anstieg der Pegel führen“, sagte Albert Kreil, Leiter des Dezernates Oberirdische Gewässer/Hochwasserschutz. Die Meldestufen I und II werden erreicht. Laut WSA-Sprecherin Katrin Urbitsch stellte sich die Lage Donnerstagnachmittag weniger dramatisch dar als noch am Vortag. „Wir hoffen, dass wir dieses Regenereignis zwischenspeichern können ohne Überlauf.“

Donnerstag flossen knapp 86 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Edertalsperre. Gleichzeitig wurden 110 Kubikmeter abgelassen, um zusätzlichen Stauraum zu gewinnen. Am Nachmittag wurde die Abgabe auf 80 Millionen Kubikmeter gedrosselt. Aus drei der sechs Grundablässe der Staumauer schoss das Wasser in die Eder.

Die Landkreise im Unterlauf der Eder wurden gebeten, die betroffenen Kommunen schon über die hohen Abflüsse, die für das Wochenende unterhalb der Edertalsperre erwartet werden, zu informieren. Die Rückhalteanlagen im Schwalmgebiet werden bis zum Anschlag gefüllt werden, vermutet Kreil.

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