Waldeck-Frankenberg

Dr. Taschan ist dem Schummelkäse auf der Spur

- Waldeck-Frankenberg (resa). In Zeiten des Schummelschinkens und Analogkäses bedarf es zuweilen eines Experten um Licht ins Dunkel zu bringen: Am Montag war dazu Lebensmittelchemiker Dr. Hasan Taschan in Korbach zu Gast.

„Kann ich das Käsebrötchen beim Becker bedenkenlos genießen?“ und „Sollte ich beim Pizzamann an der Ecke nachfragen, welchen Schinken er verwendet?“ Verbraucher haben in diesen Tagen viele Fragen. Denn nicht erst mit den Skandalen um Analogkäse und Schummelschinken ist die Verunsicherung groß. „Bereits die BSE-Krise hat die Verbraucher verunsichert“, erinnert sich Kreislandwirt Fritz Schäfer. Gerade deshalb habe man damals im Landkreis reagiert und einen Stammtisch für Verbraucherschutz gegründet. Regelmäßig werden hier mit Landwirten, Gastronomen, Landfrauen und Vertretern aus Behörden und der Politik aktuelle Themen des Verbraucherschutzes diskutiert. Mit Dr. Hasan Taschan gesellte sich am Montagabend prominenter Besuch an den Stammtisch. Bereits früh war der Lebensmittelchemiker vom Hessischen Landeslabor in Kassel dem Schummelkäse auf die Schliche gekommen, hatte Proben genommen und war damit an die Öffentlichkeit gegangen. Das Fernsehen war darauf ebenso angesprungen wie Zeitungen und Zeitschriften. Nun gestattete Taschan den Waldeck-Frankenbergern einen Blick hinter die Kulissen des Landeslabors. 32406 Lebensmittel wurden hier im vergangenen Jahr untersucht, 5630 beanstandet. Das sind immerhin 17,4 Prozent. „Gesundheitsgefährdende Probleme gab es aber nur bei rund einem Prozent aller untersuchten Proben“, betonte der Experte.Nur selten würden Höchstmengen von Zusatzstoffen oder Rückständen überschritten, hin und wieder würden nicht zugelassene Pflanzen- oder Tierarzneimittel in den Proben gefunden. Die meisten Fehler entdecken die Lebensmittelexperten aber bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln. „Der Hersteller muss die Ware richtig kennzeichnen“, betont Taschan den „casus cnactus“. Das gilt für Apfelsaft ebenso wie für Käse oder Diätlebensmittel. „Wenn kein Käse drin ist, darf das Produkt auch nicht Käse heißen“, betont der Experte. Werde nämlich statt Käse nur Milch und Pflanzenfett verwendet, müsse auf Begriffe wie „Pizza-Mix“ zurückgegriffen werden. „Dem Verbraucher darf nicht weiß gemacht werden, er kaufe Käse“, erklärte Taschan die Lage nach europäischem Recht.

Mehr dazu lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung und der Frankenberger Zeitung von Mittwoch, 27. Januar 2010.

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