Waldeck-Frankenberg

Tauziehen um Grundschulen

- Waldeck-Frankenberg (jk). Die hessische Landesregierung stellt offenbar einige Grundschulen im Landkreis zur Disposition. Der Schulentwicklungsplan ist bislang aus Wiesbaden nicht genehmigt worden.

Rückläufige Schülerzahlen im Landkreis lassen sich nicht wegdiskutieren. Mitte Dezember 2009 verabschiedete der Kreistag deshalb einen Schulentwicklungsplan, der heimische Grundschulen nicht zur Disposition stellt – aber auf Kooperationen abzielt. Etliche Dorfschulen sollen deshalb per „Kooperation“ größeren Grundschulen zugeordnet werden. Dadurch erhofft sich die Kreispolitik mehr Effizienz in Verwaltung und Organisation. Der Schulentwicklungsplan zielt auf den Zeitraum 2010 bis 2015. Während die Vorlagen für weiterführende Schulen, Berufsschulen und sonderpädagogische Schulen des Landkreises in Wiesbaden abgesegnet worden sind, gibt es für die Grundschulplanung noch keine Zustimmung. Jüngste Anfragen von WLZ-FZ im Staatlichen Schulamt und beim hessischen Kultusministerium ergaben ausweichende Antworten. „Das Verfahren zum Schulentwicklungsplan für den Landkreis Waldeck-Frankenberg läuft noch, denn zunächst muss noch der Hauptpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer (HPRLL) über die Entscheidung des Kultusministeriums informiert werden. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir weitere Auskünfte erst nach Abschluss dieses Verfahrens erteilen können“, heißt es im Kultusministerium. Nach Informationen von WLZ-FZ wird die Landesregierung das vom Kreistag verabschiedete Grundschulkonzept aber nicht genehmigen. Dem Vernehmen nach soll der Kreis nachbessern. Im Klartext: Es geht um weitere „Schulverbünde“ – oder sogar darum, Schulstandorte komplett zu schließen. So steht im Landkreis für die kommenden Jahre voraussichtlich ein Tauziehen um Grundschul-Standorte ins Haus, wie es in Haina (Kloster) bereits brennend aktuell ist. Dort soll eine der beiden Grundschulen defintiv geschlossen werden – in Haina oder in Löhlbach. Im Umfeld des Schulentwicklungsplans hatten bereits Änderungen bei den Einzugsgebieten für heftige Debatten gesorgt. Über Monate hinweg gab es 2009 Auseinandersetzungen etwa zwischen Kommunalpolitikern und Schulleitern in Diemelstadt und Bad Arolsen. Angesichts der schrumpfenden Einwohnerzahlen scheinen aber weitere Debatten um Grundschulen unausweichlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare