30 Anrufe an einem Tag

„Falsche Polizisten“ wollen Senioren in Waldeck-Frankenberg betrügen - doch die reagieren richtig

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Vorsicht am Telefon: Betrüger geben sich als Polizisten aus – die echten Beamten haben Tipps dagegen.

Vermeintliche Polizisten versuchten in Waldeck-Frankenberg, per Telefon meist ältere Menschen zu betrügen. Doch die reagierten richtig.

Waldeck-Frankenberg – Mittwoch versuchten erneut Betrüger, mit der miesen Masche „Falscher Polizeibeamter“ überwiegend ältere Menschen aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg um ihre Ersparnisse zu bringen, wie die Polizei mitteilt. Die Betrugsmasche war den Angerufenen aber größtenteils bekannt: Alle erkannten schnell, dass der Anrufer kein richtiger Polizist war und beendeten das Telefonat.

Mehr als 20 Meldungen gingen ab 9.30 Uhr bei der Polizei in Frankenberg ein. Nachdem die Welle der Anrufe in der Illerstadt abebbte, ging sie gegen Mittag in Korbach weiter. Dort registrierte die Polizei rund zehn ähnliche Anrufe. In den Abendstunden versuchten es die Betrüger in Bad Arolsen, wo sie bei den bekannt gewordenen Anrufen ebenfalls erfolglos blieben.

Die Anrufer stellten sich immer als Polizeibeamte vor, mal kamen sie angeblich von der Polizei aus Korbach oder Frankenberg, in einigen Fällen nannten sie ihre Namen mit „Jürgen Dietz“ oder „Kriminalkommissar Weber“. Danach erzählten sie die schon länger bekannte Geschichte, dass ein Einbrecher in der Nachbarschaft festgenommen worden sei. Bei diesem sei ein Zettel gefunden worden, auf dem Name und Anschrift des Angerufenen ständen – die Polizei befürchte, dass als nächstes dort eingebrochen werden solle. Der angebliche Beamte fragte nach Wertsachen, Tresoren und Sparbüchern, die in Sicherheit gebracht werden müssten. In einigen Fällen wurden die Menschen aufgefordert, nach einem Piepton die 110 zu wählen.

Die Bürger handelten richtig: Spätestens bei der Frage nach Wertsachen oder der Aufforderung die 110 anzurufen erkannten sie den Betrugsversuch, beendeten das Telefonat und erstatteten Anzeige bei der Polizei.

Der Anrufer sprach in allen Fällen akzentfrei Deutsch, seine Stimme wurde überwiegend als angenehm und sympathisch beschrieben. Die Kriminalpolizei Korbach hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Betrüger scheitern wie gestern in den meisten Fällen. Manchmal übergeben aber tatsächlich Senioren hohe fünfstellige Beträge an die Betrüger – es sei davon auszugehen, dass sie es weiterhin versuchen, warnt die Polizei.

Tipps gegen „Falsche Polizeibeamte“

Aber sie hat einige Tipps: Die „echte“ Polizei erfrage am Telefon keine Details zu Kontodaten oder Wertgegenständen im Haus oder fordert zu Banküberweisungen oder Bargeldabhebungen auf. Angerufene sollen am Telefon keine Details zu ihren finanziellen oder familiären Verhältnissen preisgeben.

„Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit“, vermeldet die Polizei. Zeit zur Rücksprache mit Angehörigen, Vertrauenspersonen und der örtlichen Polizei sei immer. Wenn ein Anrufer jemanden unter Druck setzen will: „Legen Sie einfach auf.“

Nach einem verdächtigen Anruf bittet die Polizei um Kontaktaufnahme über die 110. Wichtig sei, das vorherige Telefonat unbedingt durch Auflegen zu beenden und erst nach einigen Minuten die 110 zu wählen. Wer Opfer wird, soll sich an die Polizei wenden und Anzeige erstatten. Die Polizei bittet auch darum, mit Angehörigen, die Opfer werden könnten, über die Betrugsmasche zu sprechen.  (red)

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