Waldeck-Frankenberg

Therapie statt Gefängnis für Drogenabhängigen

- Vöhl (resa). Zu drei Jahren Gefängnis hatte das Korbacher Amtsgericht einen 28-Jährigen aus Vöhl wegen unerlaubten Besitzes und Handels mit Betäubungsmitteln im vergangenen März verurteilt. Der Mann hatte gegen dieses Urteil Einspruch eingelegt, und so wurde sein Fall gestern vor dem Landgericht in Kassel erneut verhandelt.

Dabei ging es dem 28-Jährigen vor allem um eines: Die Gefängnisstrafe sollte von drei Jahren auf zwei Jahre und sechs Monaten herabgesetzt werden. „Ich will eine Therapie machen“, erklärte der Vöhler, der seit neun Monaten im Gefängnis in Kassel sitzt.


Weil eine Therapie in einer geschlossenen Abteilung aber nur dann das Gefängnis ersetzen kann, wenn die Reststrafe nicht länger als zwei Jahre dauert, hatte er die Reduzierung gefordert. „Es gibt bereits die Zusage für einen Therapieplatz ab 6. September“, erklärte der Verteidiger, „und die Versicherung hat die Kostenübernahme bestätigt.“

Das überzeugte dann auch die Staatsanwalt. Er schloss sich dem Antrag der Verteidigung an. „Wenn Sie die Therapie hinschmeißen oder wieder mit dem Drogenhandel anfangen, dann gibt es dieses Entgegenkommen nicht mehr“, so der Staatsanwalt, „das ist Ihre letzte Chance.“

Der 28-Jährige war Ende 2010 bei einer zufälligen Fahrzeugkontrolle bei Marienhagen aufgefallen, im Auto und in seiner Wohnung waren große Mengen Heroin und Kokain gefunden worden. Der 28-Jährige hatte Besitz und Handel gestanden. Er sei seit vielen Jahren abhängig von Heroin, hatte er vor dem Korbacher Amtsgericht erklärt, durch den Verkauf habe er seine eigene Sucht finanziert.

Schon vorher hatte er wegen Diebstahls und Betäubungsmittelhandels vor Gericht gestanden. Die Richterin in Kassel kam den Anträgen von Verteidigung und Staatsanwalt nach: Der Angeklagte habe die Chance verdient, seiner Freundin und dem gemeinsamen einjährigen Kind zur Seite zu stehen. Der Vöhler betonte: „Ich bin sehr dankbar für dieses Chance“.

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