Waldeck-Frankenberg

Das tiefe Defizit am Abstellgleis

- Korbach/Wiesbaden (jk). Alle signalisieren grünes Licht für die „Südschiene“ – ob Land, Kreis oder Nordhessischer Verkehrsverbund. Doch auf der Strecke zwischen Korbach und Frankenberg klafft ein tiefes Loch von fast einer Million Euro jährlich.

Wenig Chancen für eine Sanierung der Gleise, das war der Tenor des WLZ-FZ-Artikels am vergangenen Montag. So hält sich im Landkreis hartnäckig das Gerücht, beim deutschen „Bahngipfel“ Anfang September sei die Streckensanierung zwischen Korbach und Frankenberg zu den Akten gelegt worden. Darauf hätten sich der hessische Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) und Bahnchef Dr. Rüdiger Grube verständigt. „Stimmt nicht“, heißt es derweil aus dem hessischen Ministerium. Bei dem Gipfelgespräch sei die Strecke in Waldeck-Frankenberg nur nicht zur Sprache gekommen, betont Sprecherin Ulrike Franz-Stöcker. Damit habe das Land jedoch keineswegs Abschied von den Plänen genommen: „Wir versuchen nach wie vor alles, um das Projekt zu verwirklichen.“ Im Sommer 2010 habe Wiesbaden dem Landkreis ein „relativ konkretes Angebot“ schriftlich vorgelegt, erklärt die Ministeriumssprecherin. Tenor: Die Reaktivierung der Strecke kostet rund 14 Millionen Euro. Davon trägt das Land 80 Prozent, die restlichen 20 Prozent müssten aus kommunalen Mitteln fließen. Unterm Strich wären das 2,8 Millionen Euro an Investitionskosten. 14 Millionen investieren Parallel beteilige sich das Land auch an den jährlichen Betriebskosten: „Im Rahmen des Budgets für den Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV)“, erläutert Ulrike Franz-Stöcker. Fazit: „Ziel muss sein, ein attraktives und langfristiges Angebot zu machen“ für die Fahrgäste. Die jährlichen Betriebskosten bezifferte das Land im Schreiben von 2010 auf rund 1,2 Millionen Euro für die Gesamtstrecke zwischen Frankenberg und Korbach. Somit spielt das Land den Ball nach Waldeck-Frankenberg zurück: Auf das Schreiben vom Juli 2010 habe Landrat Dr. Reinhard Kubat bis heute keine konkrete Antwort gegeben, erklärt Poschs Pressesprecherin – auch nicht auf ein neuerliches Schreiben vom Juli 2011. Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ-Ausgabe vom Freitag, 23. September 2011.

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