Projekt bei „VertrauTier“ in Usseln

Tiere helfen psychisch belasteten Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg

Die Arbeit von „VertrauTier“ beim Projekt stellten Nina Schönrock (rechts) und Christian Schulte (3. von rechts) ihren Besuchern vor, darunter (von links) die künftige Leiterin des Fachdiensts Soziales Martina Garthe, Jutta Kahler, Brigitte Schoen, Volker Heß (Geschäftsführer Delta) und Katja Müller-Ashauer (Fachdienst Soziales).	Foto: wilhelm Figge
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Die Arbeit von „VertrauTier“ beim Projekt stellten Nina Schönrock (rechts) und Christian Schulte (3. von rechts) ihren Besuchern vor, darunter (von links) Jennifer Grebe, Martina Garthe, Jutta Kahler, Brigitte Schoen, Volker Heß (Geschäftsführer Delta) und Katja Müller-Ashauer (Fachdienst Soziales).

Ein neues Projekt soll von psychischen Belastungen betroffenen Arbeitslosen helfen, den Anschluss nicht zu verlieren. Dabei helfen Therapie-Tiere.

  • Psychische Erkrankungen und Traumata halten einen wachsenden Anteil an Arbeitssuchenden in Waldeck-Frankenberg vom Arbeitsmarkt fern.
  • Bei einem neuen Projekt von Jobcenter und Landkreis Waldeck-Frankenberg wird mit Unterstützung vom Land ein Weg evaluiert, damit sie nicht abrutschen.
  • Dafür arbeiten die Teilnehmer nicht nur mit der Kreis-Gesellschaft Delta, sondern auch mit der tiergestützten Therapie-Einrichtung „VertrauTier“.

Waldeck-Frankenberg – Unter den Beziehern von Grundsicherung für Arbeitssuchende wächst der Anteil von Menschen, denen psychische Einschränkungen und Traumata den Weg in den Arbeitsmarkt versperren. „Es gibt das Phänomen, dass wir junge Menschen in der Grundsicherung verlieren, die zeitlebens nicht fähig sind, ein normales Leben zu führen“, sagt Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese.

Das Jobcenter und der Landkreis Waldeck-Frankenberg wollen solch ein Abrutschen mit einem neuen Projekt verhindern: Acht Teilnehmer arbeiten darin bis Jahresende nicht nur mit der kreiseigenen Beschäftigungsgesellschaft Delta, sondern auch mit dem tiergestützten Therapiezentrum „VertrauTier“ aus Usseln.

Für das Projekt „Mut – Mensch und Tier“ gibt es vom Land 82 000 Euro im Rahmen des Hessischen Ausbildungs- und Qualifizierungsbudgets – explizit, um neues auszuprobieren, erklärt Brigitte Schoen vom Fachdiensts Soziales beim Landkreis. Jutta Kahler, stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenters und Bereichsleiterin Markt und Integration, stellt klar: „Es geht hier nicht ums Tiere streicheln, es wird pädagogisch sinnvolle Arbeit geleistet.“ Mit den Tieren könnten die Teilnehmer wieder Selbstvertrauen und Vertrauen in andere entwickeln.

Tiere mit verschiedenen Charakteren geben den Projektteilnehmern Denkanstöße, erklärt Nina Schönrock (rechts) den Besuchern bei „VertrauTier“.

Zweimal die Woche arbeiten sie in Korbach bei der Beschäftigungsgesellschaft Delta an ihrer Allgemeinbildung, ihren Teamfähigkeiten und gegebenenfalls ihren Sprachkenntnissen; finden persönliche Stärken, Ziele und Wege dahin. Drei Tage sind sie bei „VertrauTier“. Der Umgang mit Tieren lasse eine Hürde fallen, erläutert Jennifer Grebe von Delta: „Einem Tier ist es egal, was du vorher in deinem Leben gemacht hast.“

Pferde und Hunde, Ziegen und Schafe, Meerschweinchen und Kaninchen, Hühner, Enten und sogar eine Nilgans mit Behinderung sind die tierischen Mitarbeiter, mit denen Nina Schönrock und Christian Schulte seit November 2019 bei „VertrauTier“ verschiedene Patienten ansprechen. Die Ergotherapeutin und Fachkraft für tiergestützte Intervention und der Sozialarbeiter in der Familienhilfe wurden beim Hessischen Gründerpreis für ihre Idee ausgezeichnet. (wf)

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