Verdächtiger in Untersuchungshaft

Tödlicher Streit unter Asylbewerbern

Korbach - Nach dem Tod eines 36-jährigen Mannes aus Eritrea am Donnerstag im Hotel Touric sitzt der Tatverdächtige weiter in Haft. Fünf weiteren Asylbewerbern, die im Hotel untergekommen waren, hat die Stadt eine Notunterkunft zugewiesen.

Die Gründe sind weiterhin unklar. Sicher ist nur: Am frühen Abend des zweiten Weihnachtstages wurde ein 36-jähriger Mann aus Eritrea bei einem Streit im Hotel Touric getötet (wir berichteten). Ein 18-jähriger Mitbewohner soll den Mann erschlagen haben. Er sitzt in Haft, weitere fünf Asylbewerber waren vorerst festgenommen worden. Inzwischen hat ihnen die Stadt Korbach eine Notunterkunft zugewiesen. Unterbringungen von Asylbewerbern in Korbacher Hotels sind eine Ausnahme. Im Fall der Flüchtlinge aus Eritrea hatte der Landkreis als zuständige Behörde die Stadt Korbach bereits Ende November angewiesen, die Asylbewerber aufzunehmen, da alle weiteren Unterkünfte belegt seien. Dies ist offenbar ein übliches Verfahren, das auch andere Städte im Landkreis betrifft. Die Asylbewerber bleiben dabei oft nur für kurze Zeit, bevor sie dann an andere Orte oder in zentrale Aufnahmeeinrichtungen kommen. Ursprünglich bestand die Gruppe aus dem afrikanischen Land aus zehn Personen, erklärte die Korbacher Stadtverwaltung am Wochenende auf Nachfrage von WLZ-FZ. Die Flüchtlinge waren zunächst in der Jugendherberge am Enser Tor untergebracht. Die verbliebenen sieben Männer aus Eritrea musste dann aber umziehen, weil die Jugendherberge über Weihnachten die Pforten schloss. Die Stadt suchte deshalb, nach Rücksprache mit dem Landkreis, Mitte Dezember ein vorübergehendes neues Quartier für die Männer aus Eritrea. Dabei erklärte sich die Familie Weis, Betreiber des Hotels Tou-ric, bereit, die Flüchtlinge nach ihrer Odyssee über Weihnachten aufzunehmen, schildert Erich Weis. Die Asylbewerber seien ruhig und freundlich gewesen, kein Streit. Auch Alkohol und Drogen waren tabu. Friedlich verlief zunächst auch der 26. Dezember. Weder Hotelpersonal noch Gäste hätten von dem tragischen Konflikt etwas bemerkt. Nur ein kurzes Poltern auf einem Zimmer sei am Abend zu hören gewesen.Nach dem tragischen Tod des Mitbewohners wurde der 18-jährige Tatverdächtige noch am Freitagabend auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt, der einen Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts auf Totschlag erließ.(jk)

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