Nach schwerem Jahr für Tourismus

Touristiker in Waldeck-Frankenberg hoffen auf ähnlich guten Sommer wie 2020

Gelegenheiten für naturnahen Urlaub wie Wandern auf dem Urwaldsteig beim Edersee wurden auch in der Pandemie genutzt.
+
Gelegenheiten für naturnahen Urlaub wie Wandern auf dem Urwaldsteig beim Edersee wurden auch in der Pandemie genutzt.

Der eine Lichtblick für den Tourismus in Waldeck-Frankenberg war vergangenes Jahr der gut besuchte Sommer. Wie stehen die Chancen auf eine Wiederholung?

  • In der Urlaubsregion Waldeck-Frankenberg leiden die Tourismus-Betriebe am Lockdown.
  • Lichtblick 2020 war für viele ein gut besuchter Sommer.
  • Das Potenzial für eine Wiederholung sehen die Touristiker vor Ort - aber auch Unwägbarkeiten bei Pandemie-verlauf und Impffortschritt.

Waldeck-Frankenberg – „Insgesamt war das Jahr 2020 ein sehr schweres, für den Tourismus in Deutschland und auch im Landkreis Waldeck-Frankenberg“, hält Klaus-Dieter Brandstetter fest, der Geschäftsführer des Touristik-Service Waldeck-Ederbergland. Einer der wenigen erfreulichen Aspekte: „Der Sommer war im letzten Jahr wirklich gut, auch das Wetter spielte mit.“ Grundsätzlich hält er eine Wiederholung davon für möglich.

Dass der Sommer 2020 gut lief, habe viele Gründe: „Das Waldecker Land profitiert hier aufgrund der Reisebeschränkungen vom Trend zum Inlandsurlaub, vor allem in der Hauptferienzeit Juli und August.“ Aber auch steigendes Interesse am Natururlaub mache sich bemerkbar, erläutert Brandstetter: „Hier zahlt sich aus, dass mit dem Nationalpark Kellerwald-Edersee, dem gleichnamigen Naturpark und dem Naturpark Diemelsee gleich drei Nationale Naturlandschaften im Landkreis zu finden sind.“

Umfragewerte sprechen dafür, dass sich dies wiederholen könnte, erklärt er: „Dies ist aber grundsätzlich davon abhängig, was man im Tourismus im Sommer im Zeitraum Juni bis September aufgrund der Corona-Einschränkungen darf und was nicht.“ Urlaub im Inland müsse wieder uneingeschränkt möglich sein, große Teile der Freizeitinfrastruktur öffnen dürfen und das Wetter mitspielen – dann werde sich das Geschehen des Sommers wiederholen.

Lockdown: Tourismus in Waldeck-Frankenberg nimmt schweren wirtschaftlichen Schaden

„Die Betriebe brauchen den Umsatz, um zu überleben“, hält Brandstetter fest. Nachdem sie schon die ersten vier Monate des Jahres geschlossen waren, lasse sich der Verlust aber nicht mehr aufholen, auch Ende 2021 werden große Einkommenslücken zu verzeichnen sein.

Schon 2020 habe der Lockdown dazu geführt, dass im Vergleich zum Vorjahr 200 Millionen Euro weniger Bruttoumsatz im Beherbergungsbereich zu verzeichnen war. Alle Kommunen im Landkreis hatten Verluste bei Gästeankünften und Übernachtungen aufzuweisen. Unterschiede gab es derweil bei den Betriebsarten: Campingplätze verzeichneten zwar 5,2 Prozent weniger Ankünfte, aber 3,6 Prozent mehr Übernachtungen. Jugendherbergen und -hütten verloren in beiderlei Hinsicht mehr als 60 Prozent.

Touristiker am Edersee und in Willingen machen sich Hoffnungen auf Sommer 2021

„Die Deutschen haben ihr Land wieder entdeckt: Nicht nur Nord- und Ostsee sowie die Alpen, sondern auch beim Urlaub hier in der Region“, erklärt Claus Günther, Geschäftsführer der Edersee Touristik. Damit sich das diesen Sommer wiederholen kann, bräuchte es eine Perspektive: Niemand wisse, wann normales Reisen wieder möglich ist, weder Bund noch Länder böten da bislang Aussichten. Die Politik müsse für Klarheit sorgen.

Der Willinger Tourismus-Manager Norbert Lopatta verweist auf die Bedeutung des Impf-Fortschritts: Der sei neben den Hygiene-Konzepten entscheidend dafür, wie weit geöffnet werden kann. Die Menge an Dosen schwanke stark. Aber immerhin gebe es neben vielen Menschen, die Impfstoffe wie Astrazeneca verweigern, auch viele, die dann gerne freiwillig nachrücken würden. (wf)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare