Weniger persönliche Treffen möglich

Treffpunkte registrieren für das Pandemie-Jahr 2020 mehr Depressionen

Sie arbeiten in den Beratungsstellen der Treffpunkte: Vorstandsmitglied Friedhelm Koch mit den Mitarbeiterinnen der Beratungsstellen (hinten von links) Nadine Schwarz (Bad Wildungen), Nicol Döhring (Bad Arolsen), Daniela Kesting (Korbach) und Silvia Paesano (vorne, Frankenberg).
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Sie arbeiten in den Beratungsstellen der Treffpunkte: Vorstandsmitglied Friedhelm Koch mit den Mitarbeiterinnen der Beratungsstellen (hinten von links) Nadine Schwarz (Bad Wildungen), Nicol Döhring (Bad Arolsen), Daniela Kesting (Korbach) und Silvia Paesano (vorne, Frankenberg).

Die Corona-Pandemie hat die vier Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen der Treffpunkte in Waldeck-Frankenberg (PSKB) vor besondere Herausforderungen gestellt. 

Waldeck-Frankenberg –  Zum einen verstärkt die Pandemie Ängste und Depressionen bei Menschen mit psychischen Problemen. Zum anderen mussten die Beratungsstellen aus Schutz vor Ansteckung ihr Angebot zurückschrauben. Das erläuterte das Vorstandsmitglied des Treffpunkt-Kreisverbandes Friedhelm Koch in einer Bilanz über das Jahr 2020.

„Besonders die Gruppenangebote mussten reduziert werden. Die Kontakte haben sich von 4255 im Jahr 2019 auf 2406 fast halbiert“, sagt Koch. Seit März 2020 fielen Gruppenangebote wie das Café im Treffpunkt, Gesprächsgruppen oder Freizeitangebote fast ganz weg. Sie laufen erst jetzt wieder langsam an. Das Gefühl von Einsamkeit, das aufgrund geschlossener Geschäfte und Gastronomie schon stärker wahrgenommen worden sei als vor Corona, habe sich bei vielen Klienten so noch verstärkt.

Treffpunkte: Beratung per Telefon

Anfang März 2020, zu Beginn der Pandemie, waren auch zunächst Einzelgespräche im persönlichen Kontakt kurzfristig eingestellt worden. Dabei sei es gerade das Ziel der PSKB, die Lebensqualität von Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden oder sich in Lebenskrisen befinden, zu verbessern. Die Treffpunkte nahmen die Beratung laut Koch aber schnell per Telefon, Videotelefonie oder bei Spaziergängen wieder auf. Auch persönliche Treffen in den Kontaktstellen fanden bald wieder durchgehend statt – allerdings mit Mund-Nasen-Schutz, was die Verständigung erschwert, da man nur ein Teil der Mimik des Gegenübers erkenne.

Aus Sorge vor Ansteckungsgefahr nahmen weniger Klienten als sonst dieses Einzelangebot wahr. Ihre Zahl reduzierte sich von 690 im Jahr 2019 auf 558 im Jahr 2020. Seit Rückgang der Infiziertenzahl im Juni 2021 verstärke sich die Nachfrage wieder. Groß sei sie beim Betreuten Wohnen. Die Pandemie habe Depressionen und Angststörungen verstärkt, so dass immer mehr Betroffene nicht mehr alleine leben könnten.

Treffpunkte: Finanzierung nicht gesichert

Trotz des hohen Beratungsbedarfs ist die Finanzierung der Beratungsstellen der Treffpunkte nicht gesichert, kritisiert Vorstandsmitglied Friedhelm Koch. Zirka 30 Prozent der Kosten müsse der Kreisverband aus eigenen Mitteln, z.B. Spenden, beisteuern. Nach dem Hessischen Ausführungsgesetz zum Bundesteilhabegesetz ist der Landeswohlfahrtsverband für die Finanzierung zuständig. Eine dauerhafte Zusage fehle aber. Kreis und Kommunen leisten freiwillige Beiträge. 

Die vier Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen (PSKB) der Treffpunkte in Waldeck-Frankenberg dienen nach eigenen Aussagen dem Ziel, „die Lebensqualität von Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden und von Menschen in Lebenskrisen zu verbessern“. Sie sind Ansprechpartner, wenn Ängste, Depressionen, psychosomatische Beschwerden, Überlastungssituationen im Berufs- und Privatleben so belastend werden, dass der Lebensalltag überschattet ist. Die Beratung in den PSKB ist kein Therapieersatz, Menschen mit einer akuten Suchterkrankung können dort nicht beraten werden.

Treffpunkte: Kontakt zu Beratungsstellen

Die Kontaktaufnahme erfolgt überwiegend telefonisch und steht allen Bürgern offen. In der Regel wird ein Termin zu einem Erstgespräch vereinbart mit dem Ziel, in einem ersten persönlichen Kontakt das Anliegen zu klären und die weitere Vorgehensweise zu besprechen. (Von Martina Biedenbach)

  • So sind die Beratungsstellen zu erreichen:
  • Punkt Bad Arolsen, Große Allee 16, Tel. 0 56 91/62 81 50,
  • Treffpunkt Frankenberg, Hainstraße 51, Tel. 0 64 51/72 43 0,
  • Treffpunkt Bad Wildungen, Hufelandstraße 12, Tel. 0 56 21/96 58 0,
  • Treffpunkt Korbach, Flechtdorfer Straße. 11, Tel. 0 56 31/50 69 00.
  • treffpunkte-waldeck-frankenberg.de/

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