Auch Standesämter müssen Hygiene- und Sicherheitsvorschriften einhalten

Trennscheibe im Trauzimmer: So wird in der Corona-Krise geheiratet

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Neben dem Brautpaar und der Standesbeamtin (hier ein Symbolbild) darf bei Trauungen im Bezirk Nordwaldeck keine weitere Person anwesend sein. In Korbach wird dies etwas großzügiger gehandhabt – aber eines gilt immer: Abstand halten! 

Wer sich in diesen Tagen das Ja-Wort gibt, hat sich den schönsten Tag im Leben sicherlich anders vorgestellt. Schuld ist die Corona-Krise. 

Kirchliche Trauungen sind momentan tabu, auch die geplante Hochzeitsfeier mit Familie und Freunden darf nicht stattfinden. Zwar sind die Standesämter weiterhin geöffnet, doch dort müssen künftige Ehepaare natürlich auch die geltenden Hygiene- und Sicherheitsvorschriften einhalten.

„Die Trauungen finden zurzeit im kleinen Rahmen statt. Das Brautpaar, die Eltern und maximal zwei Trauzeugen dürfen dabei sein“, berichtet der Korbacher Bürgermeister Klaus Friedrich auf WLZ-Anfrage. Trauort sei ausschließlich das Bürgerhaus, die besonderen Trauorte wie das Gildehaus oder das Kloster Flechtdorf stünden momentan nicht zur Verfügung.

Klaus FriedrichBürgermeister in Korbach

„Bei den Trauungen gelten die üblichen Maßnahmen, wie Abstand halten und Kontaktminimierung. Ansonsten handelt es sich um eine normale Zeremonie“, sagt Friedrich. Auch in der Krise sei die Stadt Korbach bemüht, den Tag als einen besonderen Tag im Leben des Brautpaares zu gestalten. Bislang seien auch alle geplanten Eheschließungen durchgeführt worden. Sollten sich die Brautpaare mit Blick auf den bereits geplanten Termin aber doch anders entscheiden, könnten die Trauungen problemlos verschoben werden, sofern gesetzlich zu beachtende Fristen eingehalten werden. „Zusätzliche Kosten fallen hierbei nicht an“, berichtet der Verwaltungschef, der darauf hinweist, dass das Standesamt auch in der Corona-Krise ständig besetzt sei.

„Entgegen der allgemeinen Meinung, Standesbeamte würden nur Trauungen vornehmen, sieht das Tagesgeschäft ganz anders aus. Trauungen sind nur ein Teilaspekt“, so Friedrich. Neben den Eheschließungen würden im Standesamt auch Geburten und Sterbefälle beurkundet, deren Häufigkeit ungleich höher sei.

Interesse an neuen Terminen ist gesunken

Auch im Standesamtsbezirk Nordwaldeck (Bad Arolsen, Volkmarsen, Breuna) lassen sich derzeit noch Paare trauen. Allerdings ist das Interesse an neuen Terminen gesunken. „Anfragen bestehen zurzeit keine. Nur wenige Brautpaare wollen sich während der Pandemie trauen lassen“, berichtet Andre Thiel von der Stadt Volkmarsen.

Wenn aktuell Trauungen stattfinden, gelten hierbei verschärfte Hygiene- und Sicherheitsvorschriften. „Die Hände müssen desinfiziert und es muss ein Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden“, so Thiel.

Außerdem gebe es eine Trennscheibe zwischen Brautpaar und Standesbeamten. Körperkontakt sei untersagt – konkret gebe es kein Händeschütteln zur Begrüßung oder zur Gratulation. „Die Eheschließung selbst ist auf die gesetzlichen Anforderungen begrenzt, es gibt keine Traurede. Außerdem finden Trauungen derzeit nur mit dem Brautpaar statt“, sagt Thiel. 

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