Bürgerversammlung zur Talsperren-Bewirtschaftung geplant 

Edersee könnte frühzeitiger geschont werden

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Dieser kleine Strauch an der Hammerbergspitze hat sich an die wechselnden Wasserstände im Edersee angepasst. Anpassungsfähigkeit ist auch gefordert beim Bewirtschaften der Eder-Talsperre, wenn die Zahl trockener Jahre zunimmt. Die Frage ist nur, wie sich die Steuerung künftig ändert, um alle Interessen auszugleichen: Tourismus am Edersee, Schifffbarkeit der Weser, Hochwasserschutz, Energieerzeugung.

Edersee – Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Hann. Münden plant für Juni erneut eine Bürgerversammlung zur Edersee-Bewirtschaftung. Ein wichtiges Thema: Ob und, falls ja, wie die „Triggerlinie“ bei zunehmender Trockenheit nach oben angepasst werden kann. Das teilt Katrin Urbitsch, Leiterin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Hann. Münden, auf Anfrage mit.

Die Linie wurde über mehrere Jahre getestet. Sie legt fest, ab welchem Füllgrad der Talsperre das WSA sparsamer Wasser ablässt. Für jeden Tag im Jahr definiert die Linie eine eigene Untergrenze, so dass diese einzelnen Punkte am Ende eine Kurve bilden. Diese trägt den jahreszeitlich verschiedenen Bedingungen Rechnung. Würde die Linie insgesamt angehoben, würde das WSA künftig früher mit dem Wassersparen beginnen als bisher. Der See liefe bei vielen Wetterlagen langsamer leer als bislang.

Greift die Triggerlinie, sinkt der Weserpegel in Hann. Münden um fünf Zentimeter ab gegenüber dem normalen Minimum. Letzteres liegt bei 1,24 Meter.

Großes Interesse an einem Anpassen der Triggerlinie habe die Kiesschifffahrt bei Rinteln signalisiert, sagt Urbitsch. Grund: Die Firma brauche verlässlich das ganze Jahr über den Minimalpegel, um rentabel zu transportieren. Bei fünf Zentimetern weniger rechne sich die Fahrt zwar nicht, aber die Kähne lägen wenigstens nicht still, wie zeitweise 2018. Das koste auch Fachkräfte. Motto: Lieber früher Wasser sparen und gegebenenfalls mit einer Durststrecke leben als mit dem Risiko ausgedehnter Zwangspausen.

Urbitsch trifft in diesem Zusammenhang eine für den Edersee-Tourismus wichtige, klärende Aussage: „Dem Barockhafen in Bad Karlshafen die Zufahrt zu ermöglichen; das zählt nicht zur Schiffbarmachung der Weser und damit nicht zu den Bewirtschaftungszwecken der Talsperre.“ Der neue Hafen, dessen Becken der Diemelsee versorgt, müsse sich mit jedem Weserpegel arrangieren.

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