Trockenheit in Waldeck-Frankenberg sorgt für schlechte Ernte und hohe Waldbrandgefahr 

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Sonne satt und blauer Himmel: Steigende Temperaturen und der fehlende Regen können aber auch Probleme machen. Schon mehrmals mussten die Feuerwehren im Landkreis zu Bränden auf den teilweise abgeernteten Feldern ausrücken

Waldeck-Frankenberg. Hitze und anhaltende Trockenheit machen der Pflanzenwelt in Waldeck-Frankenberg zu schaffen. Die Auswirkungen spüren nicht nur Gartenbesitzer, sondern auch Forst- und Landwirte.

„Wir sind mit der Gersteernte so früh dran wie selten“, sagt Kreislandwirt Fritz Schäfer. Zwar sei die Qualität gut, doch der Ertrag deutlich geringer als in den Vorjahren. Durch fehlende Nährstoffe könne das Getreide seine Körner und Ähren nicht richtig ausbilden. Auch bei Weizen und Roggen und dämpft Schäfer die Erwartungen: „Wenn es jetzt nicht mehr intensiv regnet, sind wir mit der Ernte in drei Wochen durch.“ Allerdings gebe es im Kreis Gebiete, wo durch punktuell mehr Regen eine relativ normale Ernte zu erwarten sei. Auch Gras und damit der Heuernte mache das Wetter zu schaffen, ergänzt Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg. „Die ersten beiden Schnitte waren gut. Der Dritte entfällt jetzt aber quasi komplett.“

Die Forstämter haben ebenfalls mit den Auswirkungen der Hitze zu kämpfen. Noch ist keine offizielle Waldbrandalarmstufe ausgerufen, allerdings bittet Andreas Schmitt, Leiter des Forstamts Frankenberg, die Waldbesucher, ganz besonders vorsichtig zu sein. „Die Trockenheit bereitet uns gleich auf mehreren Ebenen Probleme“, so Schmitt. So würde viele im Frühjahr angelegte Jungkulturen momentan einfach vertrocknen. Außerdem vermehre sich der Borkenkäfer gerade besonders gut. „Die Bäume haben Trockenstress und können nicht genug Harz bilden, um den Käfer abzuwehren“, so Schmitt. Viele Möglichkeiten zur Gegenwehr, außer dem schnellen Abtransport des Holzes, bleibe da nicht.

Eine Änderung ist nicht in Sicht. „Auch in den nächsten Wochen erwartet uns beständiges Sommerwetter mit sehr viel Sonnenschein und Trockenheit“, sagt der Burgwalder Wetterexperte Roland Schmitt. 

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