Klimastabile Mischwälder müssen her

Bisheriger Niederschlag reicht nicht: Der Wald leidet weiter

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Der Wald leidet unter der Dürre.

Es hat zwar in den vergangenen Wochen und Monaten ausgiebig geregnet, aber längst nicht genug, um dem unter Trockenheit und Schädlingen leidenden Wald nachhaltig zu helfen.

Waldeck-Frankenberg. Forstleute wie der Frankenberger Forstamtsleiter Andreas Schmitt sehen den Zustand des Waldes weiter mit großer Sorge.

Nach 2018 sei auch das Jahr 2019 viel zu trocken gewesen. Viele hundert Hektar Wald seien dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen (WLZ berichtete). Der jetzige Regen habe gerade zur Durchfeuchtung der oberen Bodenzentimeter geführt. „Unterhalb von 15 bis 20 Zentimeter ist das Erdreich weiterhin pulvertrocken“, sagt Schmitt. Und das sei der Bodenbereich, aus dem sich vor allem ältere Bäume versorgten.

Fichten sterben ab, Buchen und Eichen sind beschädigt

„Hauptprobleme sind der weiter fehlende Niederschlag in den tieferen Bodenschichten, das flächige Absterben der mittelalten und alten Fichtenbestände, die zunehmenden Schäden an Altbuchen und erste Symptome auch an Eichen“, fasst der Forstamtsleiter die riesigen Probleme zusammen.

Weitere Schädlinge könnten laut Schmitt dem Wald zusetzen: „Für die Wiederbewaldung kann auf Kulturflächen der Rüsselkäfer zum Problem werden. Zudem ist derzeit die Mäusepopulation extrem hoch. Diese schädigen Jungpflanzen im erheblichen Umfang. Wurzel- und Rindenschäden, Sämlinge werden komplett abgebissen.“

Stürme stellen Risiko dar

Schlimme Folgen könnten auch Stürme haben. „Da viele Bestände angerissen sind und wir auch von einem Teil abgestorbener Wurzeln ausgehen, steigt das Risiko für sehr große Schäden bei einsetzenden Stürmen“, erläutert der Forstamtsleiter.

Die Herausforderung bestehe darin, auf den Freiflächen klimastabile Mischwälder der Zukunft zu etablieren mit Arten, die mit trockenen Böden zurechtkommen. „Die Beschaffung der erforderlichen Pflanzen wird absehbar ein Engpass“, nennt Schmitt das nächste Problem.

Und das bei fehlenden Einnahmen. „Betriebswirtschaftlich bleibt der zusammengebrochene Markt für Fichtenholzsortimente weiter existenzbedrohend“, sagt der Forstmann.

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