Korbacher Agentur für Arbeit meldet neue Quote von 4,1 Prozent

Trotz Corona-Lockdowns erneut weniger Arbeitslose in Waldeck-Frankenberg

Ein Schild der Arbeitsagentur am Eingang.
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Trotz des Corona-Lockdowns gab es im März erneut weniger Arbeitslose in Waldeck-Frankenberg.

Trotz des anhaltenden Corona-Lockdowns sinkt die Zahl der Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg weiter: Im März waren 3642 Menschen auf Jobsuche, das sind 178 oder 4,7 Prozent weniger als im Februar. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,2 Punkte auf 4,1 Prozent.

Waldeck-Frankenberg – Diese Zahlen seien „in bewegten Zeiten wunderbar“, sagte der Leiter der Korbacher Agentur für Arbeit, Uwe Kemper, am Mittwoch bei der Vorstellung der neuen Zahlen. Er werte es als „sehr erfreuliche Entwicklung“, dass trotz Corona die übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt festzustellen sei. „Das zeugt von einem vorsichtigen Optimismus bei Unternehmen.“

Gleichzeitig sei der Arbeitsmarkt durch die Pandemie weiterhin mit großer Unsicherheit behaftet, gerade in den besonders vom Lockdown betroffenen Branchen wie Gastronomie, Tourismus, Handel und Kultur. Und im Vergleich zum März 2020 sind derzeit 593 Menschen mehr arbeitslos – ein Plus von 19,4 Prozent. Dennoch: „Die Gesamtentwicklung sollte uns Mut machen, gemeinsam weiterzugehen.“

Blick auf die Lage in den drei Geschäftsstellen:

  • In Korbach mit Bad Wildungen waren im März 1708 Menschen ohne Arbeit gemeldet, 107 oder 5,9 Prozent weniger als im Februar , aber 280 oder 19,6 Prozent mehr als vor einem Jahr . Die Quote sinkt im Vergleich zum Februar um 0,3 Punkte auf 4,1 Prozent
  • Frankenberg verzeichnet 1136 Arbeitslose, 39 oder 3,3 Prozent weniger als im Februar, aber 205 oder 22 Prozent mehr als im März 2020. Die Quote sinkt um 0,1 Punkte auf 4,0 Prozent.
  • In Bad Arolsen waren 798 Menschen auf Jobsuche, 32 oder 3,9 Prozent weniger als im Februar, aber 108 oder 15,7 Prozent mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote geht um 0,2 Punkte auf 4,5 Prozent zurück.

Weniger Arbeitslose auch im Bezirk

Zum Agenturbezirk gehören die Kreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm Eder. Dort waren 7758 Menschen arbeitslos gemeldet, 377 oder 4,6 Prozent weniger als im Februar. Die Quote sinkt um 0,2 Punkte auf 4,2 Prozent. Allerdings sind es 1358 Arbeitslose mehr als im März 2020, ein Plus von 21,2 Prozent.

Aber das sei immer noch die geringste Steigerung aller hessischer Agenturbezirke, betont Kemper. Der Arbeitsmarkt erweise sich seit Jahren als robust. Ein Grund sei die Struktur mit guten und innovativen Unternehmen.

Mehr offene Stellen

Und gerade in der Industrie gebe es Bewegung, die Zahl der offenen Stellen sei deutlich gestiegen. Im Bezirk waren bis Mitte März 2597 Offerten gemeldet, 88 mehr als im Februar. Im März 2020 waren es 270 mehr offene Stellen. Im Kreis waren es 1408 Stellenangebote, 67 mehr.

Weniger Kurzarbeit angemeldet

In Waldeck-Frankenberg gingen im März nur 62 neue Kurzarbeits-Anzeigen ein, von denen bis zu 263 beschäftigte betroffen sein könnten – im Februar waren es 102 neue Anzeigen für bis zu 1004 Beschäftigte.

Nach den Hochrechnungen zur tatsächlich geleisteten Kurzarbeit waren bis Oktober im Kreis 3934 Beschäftigte in 438 Betrieben betroffen – im September waren es 4675 Mitarbeiter in 468 Unternehmen.

Mehr Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sei im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent gestiegen, betroffen seien gerade Leute ohne Berufsabschluss. Umso wichtiger sei die Qualifikation und Weiterbildung, betont Kemper. Es gebe eine zunehmende Bereitschaft, die attraktiven Angebote auch anzunehmen.

Deutlich rückläufig sei die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen: Im Bezirk ging sie um 83 zurück, im Kreis um 43. Ein Grund: Einige fanden nach Abschluss ihrer Berufsausbildung eine Stelle oder wurden übernommen - für Kemper ein „gutes Signal“.

Weniger Bewerber um eine Lehrstelle

Sorge bereitet Agenturchef Kemper die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt. Während die Zahl der gemeldeten Lehrstellen im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant ist, ging die Zahl der Bewerber „dramatisch“ zurück. Seit Anfang Oktober wurden 1946 Stellen gemeldet, nur 16 weniger als ein Jahr zuvor - dem stehen seit Oktober 1144 Bewerber entgegen, rund 25 Prozent weniger.

Die Agentur werde verstärkt an Schulabgänger herantreten, um sie für eine Ausbildung im Sommer zu bewegen, kündigt Kemper an. Die Unternehmer seien sich ihrer Verantwortung bewusst und sähen über den Tag hinaus. Doch viele Jugendliche würden wegen Corona nicht auf den üblichen Wegen wie durch Berufsmessen erreicht. 

Mit sinkenden Schulabgangs-Zahlen allein lasse sich dieser Rückgang nicht erklären, sagt Kemper. Er schätzt, dass auch fehlende Möglichkeiten zur Information und das praktische Ausprobieren von Berufen bei Praktika einen Anteil hätten – „es hängt oft an der Berufsorientierung.“ Dabei gebe es neue digitale Angebote wie Apps, um Jugendliche zu erreiche. Die Agentur biete Videochats statt anonymer Telefonate an.

Bei der Berufsberatung melden

Er appelliert an alle, die noch nicht wissen, wie es nach dem Schulabschluss weitergeht: Sie sollten sich unter Telefon 05631/957-158 bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur melden. „Es gibt noch ausreichend freie Ausbildungsplätze, und es lohnt sich auf alle Fälle noch, jetzt in den Bewerbungsprozess einzusteigen.“ (Dr. Karl Schilling)

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