Wildunfälle beeinflussen Statistik negativ

Unfallstatistik für den Landkreis: Zehn Unfalltote im Jahr 2018

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Symbolfoto: Ein Polizeifahrzeug fährt bei einer Schwerpunktkontrolle mit Blaulicht durch den Regen.

Für den Landkreis Waldeck-Frankenberg vermerkt die Polizei für 2018 einen leichten positiven Trend in der Unfallstatistik. Insgesamt ist die Zahl aller Verkehrsunfälle minimal gesunken. 

Von 3975 Unfällen im Jahr 2017 auf nunmehr 3894 Unfälle. Gleichwohl ist die Zahl der Verunglückten Motorradfahrern aber von 70 auf 91 gestiegen – drei Motorradfahrer kamen dabei ums Leben. Als Unfallursache nennt die Polizei hier häufig nicht angepasste Geschwindigkeit. Auch die Zahl der Unfallfluchten und Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss ist gestiegen.  
Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg hervor. 

Zahl der Unfalltoten gesunken 

Zehn Menschen sind im vergangenen Jahr im Landkreis bei Verkehrsunfällen gestorben. Das ist entgegen den Zahlen aus den Jahren 2016 und 2017 ein leichter Rückgang: In diesen Jahren lag die Zahl der Verkehrstoten bei 14 beziehungsweise 15 Personen. Die Zahl der Verkehrstoten lag 2015 allerdings bei gerade einmal der Hälfte – also bei fünf Personen.

Angestiegen ist auch die Zahl aller Unfälle, bei denen es zu Personenschäden kam. In diesem Bereich verzeichnete die Polizei einen Anstieg um 11,6 Prozent von 506 auf 566 Unfälle.

Fahrten unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen

Eine weitere Zahl der Verkehrsunfallstatistik ist ebenfalls angestiegen: 88 Personen verursachten unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen berauschenden Mittel einen Unfall. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 77 Personen gewesen. Zwei Personen sind dabei getötet und 48 verletzt worden. Der Anteil der Unfälle, die sich unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen ereigneten, betrug 2,26 Prozent an allen gemeldeten Unfällen. Zudem registrierte die Polizei in Waldeck-Frankenberg 228 Trunkenheitsfahrten in 2018.

Zahl der Unfallfluchten gestiegen

Auch die Zahl der Unfallfluchten ist gestiegen. Hatte es 2017 noch 694 Unfallfluchten gegeben, so waren es 2018 bereits 711. Bei 40 dieser Unfälle wurden insgesamt 48 Personen verletzt.

Meisten Unfälle sind Wildunfälle

Ein maßgeblicher Grund für die dennoch hohe Zahl aller Unfälle sind die Wildunfälle. Diese beeinflussen die Unfallstatistik maßgeblich negativ, wie die Polizei mitteilt. Zwar sei die Zahl der Wildunfälle, gemessen an der gesamten rückläufigen Zahl aller Verkehrsunfälle im Landkreis, auch gesunken – dennoch machten Wildunfälle knapp 37 Prozent davon aus. „1522 Wildunfälle hat es im Jahr 2018 gegeben“, heißt es von der Polizei. 

Die Dunkelziffer werde noch höher liegen, weil nicht jeder Wildunfall gemeldet wird. Und: Von allen registrierten Verkehrsunfällen in Hessen macht der Anteil aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg gerade einmal 2,6 Prozent aus. Bei den Wildunfällen liegt dieser prozentuale Anteil deutlich höher: Bei knapp sieben Prozent. Im Wonnemonat Mai, wenn die Brunftzeit der Wildtiere ihren Höhepunkt erreicht, haben sich 2018 auch mit 386 die meisten Unfälle im Landkreis ereignet.

Altersgruppen

Geht es um eine Altersgruppe, die prozentual an den meisten Verkehrsunfällen beteiligt ist, gibt die Unfallstatistik eine signifikante Zahl her: Die 18 bis 24-Jährigen waren an 777 Unfällen (21,65 Prozent) beteiligt. Die Altersgruppe der Fahrer im Alter von 65 Jahren aufwärts war an insgesamt 626 Unfällen beteiligt.

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