„Stark bewegt“: Untersuchung sieht deutliche Verbesserungen bei Kindern

Uni-Studie: Gute Noten für Projekt des Landkreises

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Stellten die Ergebnisse der Uni-Studie vor: Matthias Schäfer (links) und Andreas Greif vom Fachdienst Sport des Landkreises mit Dr. Alexandra Volk von der Uni Kassel.

Waldeck-Frankenberg. Seit 2012 läuft im Landkreis Waldeck-Frankenberg das Programm „Stark bewegt“, das sich an alle Grund- und Förderschulkinder richtet. Bis Juni dieses Jahres wird es etwa 1200 Trainingseinheiten mit gut 20 000 Kindern gegeben haben. Jetzt hat die Uni Kassel das Programm untersucht – mit sehr positivem Ergebnis.

Das Landkreis-Programm „Stark bewegt“ will die sozialen Fähigkeiten von Kindern fördern, indem Outdoor-Trainings und dabei gemeinsame Aufgaben absolviert werden. Mit dem Programm soll motorischen Defiziten, fehlendem Respekt, Kommunikationsschwächen sowie mangelndem Durchhaltevermögen entgegen gewirkt werden, erläutert Matthias Schäfer, Leiter des Fachdienstes Sport und Jugendarbeit beim Kreis und mit Andreas Greif Leiter von „Stark bewegt“. „Deutliche Veränderungen haben wir bei Kindern oft schon nach einer Einheit gesehen“, so Schäfer. Ob sich dieser Eindruck auch wissenschaftlich untermauern lässt, wollte der Landkreis herausfinden und hat die Uni Kassel mit einer Studie beauftragt.

Die Ergebnisse stellte Dr. Alexandra Volk vom Institut für Sport und Sportwissenschaft jetzt vor. 2015 und 2016 untersuchten die Wissenschaftler das Programm und sammelten dabei Tausende Datensätze. An dutzenden Versuchsschulen im Landkreis und an zahlreichen Kontrollschulen im Schwalm-Eder-Kreis wurden mehr als 60 Lehrer und 1500 Schüler mit Fragebögen befragt.

Dabei zeigte sich: Bei den Schülern wurden in den Kategorien emotionale und soziale Erfahrungen – beispielsweise bei Klassenklima, Lernfreude und sozialer Integration – „signifikante“ Veränderungen festgestellt. Das seien auch nachhaltige Entwicklungen gewesen, so Volk. In den Vergleichsschulen – ohne „Stark bewegt“ – habe es solche Veränderungen nicht gegeben.

Eigene Fragebögen entwickelt

Für die Evaluationsstudie hat die Uni Kassel im Jahr 2015 36 Versuchsschulen in Waldeck-Frankenberg untersucht, im Jahr darauf waren es 28. Jeweils zehn Schulen aus dem Schwalm-Eder-Kreis wurden als Kontrollgruppe herangezogen. Für die Lehrerbefragungen wurden eigene Fragebögen entwickelt, für die Schüler gab es zwei verschiedene, standardisierte Fragebögen.

Damit wurden zum einen Lehrerwissen und -überzeugungen erfragt, außerdem das Sozial- und Lernverhalten der Kinder aus Lehrersicht. Die Kinder wurden zu ihren emotionalen und sozialen Erfahrungen befragt. Infos zum Projekt auf starkbewegt.de.

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