Dichte der Gottesdienste nicht zu halten – Nachwuchsprobleme

Unterstützung auf der Kanzel wird wichtiger

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Ehrenamtlicher Einsatz auf der Kanzel: Dr. Jürgen Römer aus Dalwigksthal und Katja Lübbert, die gebürtig aus Münden stammt, inzwischen aber in Medeback lebt, predigen ehrenamtlich in Lichtenfels – wie hier in Dalwigksthal.

Waldeck-Frankenberg. Kirchspiele werden zusammen gelegt. Pfarrernachwuchs fehlt. Da wird es schwierig, jeden Sonntag die Kanzel zu besetzen. „Wir werden mehr und mehr auch im Gottesdienst die Unterstützung von Ehrenamtlichen brauchen“, sagt Dekanin Eva Brinke-Kriebel.

13 Prädikanten und 37 Lektoren sind in ihrem Kirchenkreis im Einsatz, bei den Nachbarn an der Eder sind es 34 Lektoren und acht Prädikanten. Was sie gemeinsam haben? Sie gestalten Gottesdienste ehrenamtlich. „Lektoren halten den Gottesdienst nach einer festen Vorlage“, erklärt die Dekanin. Während Prädikanten auch selbst die Predigt schreiben. Sie dürfen auch Beerdigungen, Hochzeiten, Taufen und das Abendmahl begleiten. Beide vertreten Pfarrer auf der Kanzel, wenn die in anderen Kirchen im Einsatz oder in den Ferien sind. „Und das wird immer wichtiger“, sagt die Dekanin. Denn die Dichte an Gottesdiensten, die Gemeindeglieder heute gewöhnt sind, sei künftig nicht zu halten. „Wenn Pfarrer in den Ruhestand gehen, werden wir schon bald Probleme bei der Neubesetzung bekommen“, erklärt die Dekanin.

Katja Lübbert und Dr. Jürgen Römer stehen bereits ehrenamtlich auf der Kanzel – fünf- bis achtmal im Jahr vertreten sie die Pfarrer. Während Römer fertige Gottesdienstvorlagen liest, predigt Katja Lübbert selbst. Den Mut dafür zapfen sie aus der selben Quelle: „Wissen Sie“, sagt Römer und lächelt, „wir haben ja nicht die ganze Verantwortung.“ Im Grunde seien Prediger, ob nun ehrenamtlich oder nicht, ja nur ein Werkzeug für die gute Nachricht. (resa)

Mehr dazu lesen Sie in der WLZ am 23. August 2016.

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