Waldeck-Frankenberg

Urteil im Babymord-Prozess: Lebenslänglich für 33-jährige Edertalerin

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- Kassel / Edertal / Haina. Das Landgericht Kassel hat am Freitagmittag eine 33-jährige Edertalerin wegen Mordes an ihrem neugeborenen Sohn (Oktober 2008) zu lebenslanger Haft verurteilt. Viele Medienvertreter und Besucher aus Waldeck-Frankenberg waren zum Prozessabschluss gekommen.

Die Angeklagte brach nach dem Urteil in Tränen aus und musste einige Minuten später ins Krankenhaus gebracht werden, weil sie vom Stuhl glitt und zusammenbrach. Sie hatte nach der Urteilsverkündung gerufen: „Ich kann doch nicht verurteilt werden für etwas, was ich nicht getan habe.“ Dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Erlass eines Haftbefehls gab die 1. Strafkammer nicht statt, weil aus Sicht des Gerichts keine Fluchtgefahr bestehe. In ihrer Urteilsbegründung gingen die Richter sehr detailliert auf die Aussagen der Angeklagten und auf ihr Verhalten während der Schwangerschaft, am Tag der Geburt und nach dem Tod ihres Kindes bis zu ihre Festnahme ein. Zusammengefasst: Angesichts all der Lügen, die sie ständig und jedem gegenüber verbreitet hat, kann man ihr keinen Glauben schenken, wenn sie behauptet, sie habe das Kind aus Versehen erstickt. "Niemand hält einem Kind zwei bis drei Minuten Mund und Nase zu ohne die Gefahr zu erkennen, dass es erstickt", sagte Vorsitzender Richter Dreyer. Die Verteidigung kündigte Revision gegen dieses neue Urteil an. Sie hatte verlangt, den Spruch aus dem ersten Prozess zu bestätigen - acht Monate auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung. (su)

Ausführliche Berichte in der WLZ-FZ am 13. Februar 2010.

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