Neue Außenstelle des DHB Netzwerks Haushalt in Frankenberg eröffnet

Verbraucherberatung im Landratsamt

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Neues Angebot: Die Beratungsstelle des DHB Netzwerk Haushalt hat in Frankenberg eröffnet, hier (v.l.) Anne Mitschulat, Martina Rüsseler, Fritz Schäfer und Liane Reichhart.Foto: Rösner

Waldeck-Frankenberg - Den Handyvertrag hat er scheinbar gekündigt. Die monatliche Rechnung zahlt der Kunde deshalb nicht mehr. Der Telefonanbieter schickt eine Mahnung, es schaukelt sich hoch bis hin zu Rechtsanwaltsrechnungen. Solche Fälle erleben Martina Rüsseler und Liane Reichhart oft. Sie beraten betroffene Verbraucher und suchen mit ihnen gemeinsam Lösungen.

Jetzt stehen sie für Gespräche auch in Frankenberg zur Verfügung. Die Beratungsstelle des DHB-Netzwerks Haushalt ist am Mittwoch eröffnet worden. Am Morgen wartete bereits der erste Verbraucher auf die Sprechstunde, und um Punkt neun Uhr klingelte das Telefon, berichtet Liane Reichhart. „Der Bedarf ist da“ stellt sie fest.

Es sei Absicht der hessischen Verbraucherministerin Priska Hinz, die Beratung näher an den Verbraucher zu bringen. Bislang scheiterte die Gründung einer Außenstelle in Frankenberg an der Finanzierung. Doch jetzt gibt es Geld, und das Angebot des DHB (Berufsverband der Haushaltsführenden) konnte ausgeweitet werden. Im Landratsamt in Frankenberg finden Verbraucher nun alle zwei Wochen Ansprechpartner zu den Themen Verbraucherrecht, Ernährung, Gesundheit, Produkte und Energiesparen im Haushalt.

Bis zu 1300 Menschen lassen sich pro Jahr alleine in der Beratungsstelle in Korbach helfen. Viele sind hilflos und kommen erst, „wenn das Kind schon tief in den Brunnen gefallen ist“, sagt Liane Reichhart. „Es gibt nichts, was es nicht gibt.“ Es kommen Menschen verschiedener Bildungsschichten, vor allem mittleren Alters. „Bei Problemen von Jugendlichen kommen die Eltern zu uns.“

Persönliches Gespräch

„Das persönliche Gespräch ist immer das beste“, sagt Anne Mitschulat, Vorsitzende des Landesverbandes. Viele würden sich über das Internet informieren und fänden dort generelle Lösungsvorschläge, nicht aber individuelle. Die vielfältigen Informationsquellen würden die Suche nach Antworten nicht erleichtern - im Gegenteil.

Die meisten Beratungsfälle drehen sich um Verträge. Die Beraterinnen empfehlen Verbrauchern generell bei Abschlüssen, Widerrufen und Kündigungen, dem Vertragspartner alles schriftlich mitzuteilen und zu dokumentieren.

Fritz Schäfer, Verbraucherdezernent beim Landkreis, erwartet, dass der Beratungsbedarf in Zukunft wegen der vielen Flüchtlinge noch steigen wird. Kriminelle nutzten Sprachprobleme anderer oft aus, und es komme zu Missverständnissen bei Vertragsabschlüssen und Käufen.

Die Beratungsstelle des DHB-Netzwerks Haushalt befindet sich im Medienraum im Landratsamt in Frankenberg. Sprechstunden sind jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat von 9 bis 12 Uhr. Auch eine telefonische Beratung ist möglich: 06451/74 36 29. Eine Beratung kostet zwischen vier und zehn Euro.(srs)

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