Verein unterstützt derzeit 14 Familien im gesamten Landkreis

Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg: „Einfach an uns wenden“

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„Wir wollen helfen, sprechen Sie uns an,“ sagt der neue (und alte) Vorstand der Kinderkrebshilfe (von links) Thomas Berg, Anja Schmidt, Tilmann Hollstein sowie im Beirat Diana Asmuth, Heiko Stremme, Kathrin Hollstein-Hamel und Ingo Pohle.   

Waldeck-Frankenberg –  „Wir wünschen allen Eltern gesunde Kinder. Haben sie aber ein krebskrankes Kind, wollen wir ihnen Mut zusprechen, sich einfach an uns zu wenden. Wir helfen gern“, sagt Thomas Berg von der Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg. 

Seit 16 Jahren sitzt er dem gemeinnützigen Verein Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg vor, dessen Mitglieder sich zum Ziel gesetzt haben, krebskranken Kindern und ihren Familien beizustehen. Derzeit unterstützen sie 14 Familien. Seit zwei Jahren seien keine neuen Familien hinzugekommen, „obwohl wir von drei weiteren Familien wissen, die kranke Kinder, sich aber bei uns nicht gemeldet haben“, sagt Thomas Berg. Aus Gründen des Datenschutzes könnten sie nicht einfach auf die Eltern zugehen. „Wir bitten alle, die unseren Verein kennen, betroffene Eltern anzusprechen.“

Auch Bernd Sommer war anfangs zurückhaltend. Als sein erst dreijähriger Sohn 2013 an Krebs erkrankte, hatte ihm ein Bekannter von der Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg erzählt. „Ich dachte damals, wir brauchen das nicht“, erinnert er sich. Als er dann nochmals auf den Verein aufmerksam gemacht wurde, sagte er doch einem Gespräch mit einem der Vereinsmitglieder zu. „Heute sind wir dem Verein wirklich dankbar. Vor allem für die Geselligkeit, und für die Möglichkeit, mit den Kindern schöne Erlebnisse zu haben“, sagt der zweifache Familienvater. „Wir konnten als Familie Fahrten machen, etwa zum Tabaluga-Musical, von denen unser Sohn heute noch begeistert spricht“, sagt Bernd Sommer. „Für uns brach damals eine Welt zusammen, es war eine harte Zeit – hat uns aber noch mehr zusammengeschweißt“, sagt Sommer.

"Der Kinderkrebshilfe dankbar für alles"

Inzwischen haben Familien, die von der Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg unterstützt werden, auch die Möglichkeit, Urlaub im vereinseigenen Ferienhaus auf der niederländischen Insel Texel zu machen. „Unser Verein hat 2018 unverhofft eine große Erbschaft gemacht“, sagte Kassiererin Anja Schmidt bei der alle zwei Jahre stattfindenden Mitgliederversammlung zur Erklärung. Außerdem spendete 2018 eine Frau eine „nicht unerhebliche Summe“, die in Form einer Stiftung Gelder auswerfe. „Wir hatten vor Jahren schon den Plan, für unsere Familien ein Ferienhaus anzuschaffen, das auf die Bedürfnisse von kranken Kindern ausgerichtet ist. Von der Idee sind wir aber zurückgetreten, um finanziell nicht in Engpässe zu kommen. Stiftung und Erbe haben den Kauf nun möglich gemacht“, erläuterte Thomas Berg. Bernd Sommer hat mit seiner Familie bereits eine Woche in Nordholland verbracht, „und die gemeinsame, unbeschwerte Zeit dort sehr genossen“, betont er.

„Wir sind der Kinderkrebshilfe sehr dankbar für alles, was sie für die Kinder macht. Ich kann nur jedem, der in eine ähnliche Situation kommt wie wir, raten, seine Scheu abzulegen und sich an den Vereinsvorstand zu wenden“, betont Bernd Sommer. Sein Sohn ist wieder gesund geworden. Das ist das größte Glück.

Seit 1997 aktiv

Seit 1997 tut die gemeinnützige Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg Gutes für Familien aus dem Landkreis, die ein krebskrankes Kind im Alter von bis zu 18 Jahren haben. So übernehmen sie etwa die Fahrtkosten zu den Kliniken sowie Kosten für Kuraufenthalte, medizinische Hilfsmittel, psychologische Unterstützung, Schulleistungen und Lernhilfen, Ausflüge oder Familienurlaube – „eben alles, was das Kind braucht und der Familie guttut“, fasst Thomas Berg zusammen. Auch Typisierungsaktionen hat die Kinderkrebshilfe bereits durchgeführt. Neben den Familien mit krebskranken Kindern unterstützt der Verein das Elternhaus in Kassel, wo Mütter und Väter kranker Kinder übernachten können, das Kinderhospiz in Olpe sowie das Projekt „Fruchtalarm“.

Vorstand bestätigt

Bei der Mitgliederversammlung wurde der geschäftsführende Vorstand einstimmig bestätigt. Vorsitzender bleibt Thomas Berg, Kassiererin Anja Schmidt, Schriftführer Tilmann Hollstein. Beirat Jochen Wagner stellte sich nicht mehr für eine Wahl zur Verfügung, für ihn wurde Simone Waschk gewählt. Diana Asmuth, Ingo Pohle, Kathrin Hollstein-Hamel und Heiko Stremme wurden in ihren Funktionen als Beiräte ebenfalls einstimmig bestätigt. (md)

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