4000 Hektar Wiesen vor der Mahd vergrämt

Rehkitze retten: Erfolgreiche Bilanz für Kitzretter im Landkreis

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Im Einsatz: Die Kitzretter haben, teils auch mit ausgebildeten Hunden, zahlreiche Wiesen im Landkreis nach Rehkitzen abgesucht.

Waldeck-Frankenberg – „Es war ein total erfolgreiches Jahr für uns“, sagt Stefanie Walter, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Kitzretter. Die Fläche, auf der die Mitglieder im Einsatz waren, hat sich mehr als verdoppelt.

Im vergangenen Jahr steckten die Kitzretter auf 1600 Hektar sogenannte Vergrämer, um Kitze aufzuscheuchen und vor der Mahd zu verjagen. In diesem Jahr waren es 4000 Hektar, sagt Walter. Viele Landwirte und Jagdpächter seien auf den Verein zugekommen und hätten um Unterstützung gebeten. Viele hätten aber auch eigene Vergrämer angeschafft, sagt Vorsitzende Constanze Schöttler. „Die Eigeninitiative ist noch größer als im vergangenen Jahr.“ Man gehe „Hand in Hand“ mit Landwirten und Jagdpächtern.

Weitere Vergrämer dringend gebraucht

Der Verein selbst besitzt mittlerweile 175 der Geräte – und damit noch immer deutlich zu wenige, wie Schöttler sagt. „Wir brauchen ungefähr die doppelte Anzahl, um den Bedarf abzudecken.“ Rund 100 Euro kostet ein solcher Vergrämer. Doch nicht nur diese würden benötigt. Auch eine Wärmebildkamera für eine Drohne, die etwa 700 Euro kostet, wollen sie anschaffen und eine gut 2000 Euro teure Handwärmebildkamera. All das würde die Arbeit erleichtern und helfen, noch mehr Kitze zu schützen.

18 Tiere seien dieses Jahr bei der Mahd verletzt worden, sagt Walter. Das seien ebenso viele wie im vergangenen Jahr. Und das, obwohl die Fläche deutlich größer war. Ein weiterer Erfolg für den Verein. Dennoch: „Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht.“

Weil die Kitzretter dringend Gelder akquirieren müssen, um weiter arbeiten zu können, wie Walter sagt, gibt es ab sofort auch die Möglichkeit von Firmenmitgliedschaften. Betriebe und Unternehmen, die in verschiedenen Bereichen der Landwirtschaft aktiv seien, wolle man damit ansprechen. 180 Euro koste das pro Jahr, auf der Internetseite würden die Unterstützer dann genannt, erklärt Schöttler. Auch (private) Spenden würden dringend gebraucht, um die Arbeit zu finanzieren.

Nachfrage steigt immer weiter

Denn die Nachfrage sei so groß, dass nicht allen Landwirten geholfen werden könne. Immer mal wieder müssten sie schweren Herzens absagen. Um im nächsten Jahr mehr zu schaffen, brauchen die Kitzretter nicht nur mehr Geräte. Auch weitere Helfer werden noch gesucht. Ob diese durch Wiesen laufen, um sie abzustecken oder organisatorische Aufgaben übernehmen, spiele keine Rolle, sagt Constanze Schöttler. Überall werde Unterstützung benötigt.

Der Verein Kitzretter war nun auch Vorbild für zwei andere Vereine, die sich in Marsberg und Medebach gegründet haben, berichtet Schöttler. Man habe die Gruppen bei der Vereinsgründung unterstützt und stehe auch jetzt in regem Austausch.

Weitere Informationen zum Verein gibt es auch im Internet auf der Internetseite des Vereins

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