Landkreise kaufen Strom und Gas beim Konkurrenten E.on

EAM verliert Millionen-Auftrag

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Der EAM-Unternehmenssitz in Kassel.

Waldeck-Frankenberg. Erst wird der kommunale Energieversorger EAM im Jahr 2013 von Landkreisen aus Nord- und Mittelhessen für knapp 700 Millionen Euro vom E.on-Konzern zurückerworben, und nun kaufen eben jene Landkreise noch nicht einmal Strom und Gas vom eigenen Unternehmen.

Im Gegenteil: Gewinner der jüngsten Ausschreibung bei Strom und Gas in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Schwalm-Eder, Lahn-Dill, sowie Stadt und Landkreis Kassel ist der alte und neue Konkurrent – der E.ON-Konzern aus Düsseldorf.

Als kommunaler Gesellschafter der EAM ist der Landkreis Waldeck-Frankenberg von der Entscheidung der anderen Landkreise betroffen. „Die EAM hat sich in den Jahren seit ihrer Neugründung stark an der Region ausgerichtet. Es ist schade, dass sie bei dem Ausschreibungsverfahren nicht berücksichtigt werden konnte“, erklärte Landrat Dr. Reinhard Kubat gegenüber dieser Zeitung. 

Der entgangene Gewinn dürfte nach Einschätzung Kubats aber gering sein: Die EAM erwirtschafte den Großteil ihrer Einnahmen mit dem Betrieb der Netze. „Diese Wertschöpfung verbleibt trotz der Vergabe der Energielieferung an die E.ON bei der EAM. Aus dem reinen Energiegeschäft sind derzeit aufgrund des starken Wettbewerbs ohnehin keine nennenswerten Gewinne zu erwirtschaften.“ 

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat derweil in den vergangenen Angebotsverfahren der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF), der Energiegesellschaft Frankenberg (EGF) sowie der E.ON die Zuschläge für die Lieferung von Strom und Erdgas für die verschiedenen Liegenschaften des Landkreises Waldeck-Frankenberg. Kubat: „Wir vergleichen laufend die Angebote der Strom- und Erdgasanbieter.“ Die Ausschreibungen zur Strom- und Erdgasbelieferung erfolgten regelmäßig zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeiten.

Mehr über die EAM, die Landkreise und die Strompreise lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung vom 17. Dezember 2016.

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