Arbeitsloseninitiative des Roten Kreuzes gestartet · Optimismus trotz vorerst geringer Teilnehmerzah

Vermittler zwischen Amt und Mensch

+
Denkt, dass die DRK-Arbeitsloseninitiative Zukunft hat: Günther Birkenstock.

Korbach - Zum ersten Treffen der Arbeitsloseninitiative des DRK-Kreisverbandes sind nicht viele Interessenten erschienen. Das Beratungs- und Begleitangebot bleibt aber bestehen.

„Die Schuldnerberatung hat auch ganz klein angefangen“, erklärt Günther Birkenstock angesichts der wenigen Besucher beim ersten Treffen der Arbeitsloseninitiative des DRK-Kreisverbandes Korbach-Bad Arolsen. Mittlerweile sei die Beratungsstelle, bei der er seit Langem arbeitet, eine feste Größe.

Im vergangenen Herbst habe sich ein Arbeitsloser bei der Schuldnerberatung gemeldet, der gemeinnützig tätig sein wollte. Daraus sei die Idee entstanden, in einer Initiative Arbeitslose zu beraten, sie aber auch zu ermuntern, sich gegenseitig zu helfen und sich zu organisieren.

Gegenseitige Hilfestellung

Schon während des Treffens tauschten die Arbeitslosen sich über Rechtsfragen aus oder boten gegenseitige Hilfe an. Vonseiten des Roten Kreuzes wird Birkenstock ab 1. Februar von der neuen Mitarbeiterin Rebecca Viebrock-Weiser unterstützt. Rechtsfragen soll Cornelia Gebhardt, Fachanwältin für Sozialrecht, beantworten.

Zentrales Anliegen der Initiative ist, den Umgang zwischen Erwerbslosen und Arbeitsverwaltung zu verbessern. Viele Jobsuchende hätten keinen Überblick über die Sozialleistungen: „Die Komplexität der Ämtertour zermürbt“, stellt Birkenstock fest. Begleitung zu Terminen soll hier Abhilfe schaffen.

Auf der anderen Seite sollten auch die Arbeitslosen selbst auf einen respektvollen Umgang mit den Mitarbeitern von Jobcenter und Agentur für Arbeit achten. Von anderen Gruppen, die in der Vergangenheit für Furore gesorgt hätten, distanziert Günther Birkenstock sich deutlich: „Für Beschimpfungen und Attacken ist in unserer Initiative kein Platz.“

Neutraler Ruf entscheidend

Der neutrale Ruf des Roten Kreuzes dürfe keinesfalls gefährdet werden - schließlich sei er für die Vermittlungsfunktion der Initiative grundlegend. Auch wenn keine Partei ergriffen werde, wolle er sich öffentlich bemühen, gängige Vorurteilen auszuräumen. „Es ist kein Vergnügen, von Sozialleistungen zu leben“, erklärt er, „und die betroffenen Menschen wollen am gesellschaftlichen Leben teilhaben.“

Um dies zu ermöglichen, solle die Initiative Arbeitslose vernetzen. Sobald sich mehr Interessierte zusammengefunden hätten, wolle das DRK einen Raum für Selbsthilfegruppen zur Verfügung stellen. Zudem leiste es Hilfe bei der Organisation.

Zuvor müssten aber mehr Arbeitslose auf die Initiative aufmerksam werden. „Zum jetzigen Zeitpunkt bringen allgemeine Treffen vermutlich noch nicht viel“, stellt Birkenstock fest. Menschen, die Hilfe in Anspruch nehmen oder leisten wollen, können unter Telefon 05631/959922 oder E-Mail guenther.birkenstock@ drk-korbach.de mit ihm Kontakt aufnehmen.(wf)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare