Landrat zum Bahn-Lückenschluss · Frankenberg muss nicht zahlen

Vertrag unterschriftsreif

Waldeck - Frankenberg - Der Vertrag zur Streckenaktivierung der Bahnlinie Korbach-Frankenberg steht, zur Unterzeichnung wird Bahnchef Grube erwartet.

Dankbar zeigte sich gestern Landrat Dr. Reinhard Kubat gegenüber dem Landtagsabgeordneten Heinrich Heidel „für die deutliche Kritik am Vorgehen der Frankenberger CDU“. Diese hatte gegen die Reaktivierung der Bahnstrecke Korbach - Frankenberg einen Brief an Hessens Ministerpräsidenten Volker Bouffier auf den Weg gebracht.

Auch Kubat hält es „für einen ungeheuerlichen Vorgang, wenn Frankenberger Christdemokraten der Diskussion vor Ort ausweichen und versuchen, ein für die Region wichtiges und zukunftsweisendes Projekt durch eine Intervention in Wiesbaden zu Fall zu bringen“. Auch der ständige Verweis auf die angeblich zu hohen Investitionskosten greife nicht wirklich. „Für 14 Millionen Euro kann man günstigenfalls zwei Kilometer Autobahn bauen“, erläutert Kubat. „Hier erhalten wir für das gleiche Geld eine Bahnverbindung, die uns an die Ballungsräume Rhein-Main und Rhein-Ruhr anbindet, die den Güterverkehr erleichtert und den Nationalpark Kellerwald-Edersee über die Schiene erreichbar macht“

In den letzten Wochen seien Reaktionen aus dem gesamten Bundesgebiet im Kreishaus eingegangen, die den Beschluss zur Streckenreaktivierung als mutig und zukunftsweisend gelobt hätten, erklärte der Landrat.Die Vertragsunterzeichnung werde derzeit von der Kurhessenbahn und dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) vorbereitet. Zu dem Ereignis würden der Vorsitzende der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube, und Staatsminister Florian Rentsch erwartet, die das Dokument gemeinsam mit dem Landrat und dem Ersten Kreisbeigeordneten unterzeichnen würden. Kubat rechnet tagtäglich mit einem Terminvorschlag. Das letzte Wort habe dann der Kreistag.

Schlicht falsch seien die Ausführungen der Frankenberger CDU zu den finanziellen Belastungen für die Stadt für Investitionen an den Bahnübergängen. Zwar werde Frankenberg als Straßenbaulastträger formal Vertragspartner; der Landkreis werde jedoch, wie bei der Strecke Kassel-Korbach-Brilon-Wald, den nach Abzug der Zuwendungen verbleibenden städti-schen Anteil finanzieren. (r)

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